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2020/2021 Zwischen den Zeiten – Neuer Spielplan des Landestheaters Schwaben

14.05.2020 Das Landestheater Schwaben ist glücklich, durch kreativ-radikales Umdenken seinem Publikum auch in der ungewissen Planungssituation eine ästhetisch herausfordernde, inhaltlich berührende und spielerisch lustvolle Theaterperspektive geben zu können: Das Landestheater hat dafür sein ursprünglich für die Spielzeit 2020/2021 geplantes Programm um ein ganzes Jahr verschoben und stellt jetzt einen Spielplan vor, der künstlerisch offensiv, ausreichend pragmatisch und im Bewusstsein der Verantwortung für sein Publikum und seine Gastspielorte mit der momentanen Ausnahmesituation umgeht.

Alle eingeladenen Regieteams werden neu konzipierte Produktionen für 2020/2021 entwerfen und die ursprünglich geplanten Produktionen 2021/2022 am Landestheater Schwaben realisieren.
2020/2021 ZWISCHEN DEN ZEITEN ist in kürzester Zeit unter dem Eindruck der Ausnahmesituation entstanden und setzt sich mit Themen auseinander, die uns schon immer begleiten, aber für die kommende Zeit neues Gewicht erhalten: Was macht mich einsam? Wer fehlt? Was ist Solidarität? Wie finde ich aus dem Abseits zurück in die Gemeinschaft?
Theater wird auf längere Sicht jenseits alles Gewohnten und unter weiter absolut ungewissen Bedingungen stattfinden müssen: Das Große Haus wird mit nur stark eingeschränkter Platzzahl bespielbar sein, Proben und Werkstattarbeit können nur unter Maßgaben des Gesundheitsschutzes stattfinden, ebenso der Publikumsverkehr.

Um all dies zu berücksichtigen und trotzdem spielen zu können, plant das Landestheater Schwaben einen Spielplan, der sich von vornherein künstlerisch mit den Themen der momentanen Zeit und mit den Abstandsforderungen auseinandersetzt. Kleinere Besetzungen und Abstand auf der Bühne, Vorstellungen hauptsächlich im großen Haus, außergewöhnliche Formate im Studio und im Stadtraum prägen diese sehr besondere Spielzeit. Phantasievolle aber schnell umbaubare Bühnenbilder gewährleisten Flexibilität, um jederzeit umdisponieren zu können, falls sich an der Gesamtsituation wieder etwas ändert.

Für das Publikum werden Einlassprozeduren und Abstandsmöglichkeiten im Zuschauerraum erarbeitet, damit die aktuellen Hygiene- und Sicherheitsanforderungen erfüllt werden und sich das Publikum gut aufgehoben fühlen kann. Den Abonnent*innen wird in dieser Spielzeit ein flexibles Anrechtskarten-System angeboten, da aufgrund der beschränkten Platzzahl die Wochentagsabonnements nicht wie gewohnt angeboten werden können. Dafür wird mehr wechselndes Repertoire gespielt. Den Gastspielorten bietet das Landestheater Produktionen an, die auch für diese bei eingeschränkter Zuschauerzahl und erhöhten Hygieneanforderungen realisierbar sind.

Trotz der ungewöhnlichen Situation bleibt das Landestheater seinem künstlerischen Profil treu: Wie gewohnt erwarten das Publikum viel Zeitgenössisches, große Stoffe der Weltliteratur - neu erzählt für unsere Zwischenzeit - sowie Projekte, die einen starken Bezug zu unserer Region haben. Geplant sind 16 Premieren, davon 5 Ur- und Erstaufführungen, eine theatrale Stadtraumbespielung, zwei Stücke für das junge Publikum, sowie ein musikalischer Balladenabend. Ein Format für die Ausnahmesituation ist MONOLOGE OHNE ALLES, in denen Schauspieler*innen mit einfachsten Mitteln für eine sehr geringe Anzahl von Zuschauer*innen eine komplette Welt in das Landestheater zaubern.
In schwierigen Zeiten für die Kultur vernetzt sich das Landestheater weiterhin in der Region: Das Autorenduo Klüpfl & Kobr schreibt für das Landestheater ein neues Stück; die Reihe Theater und Kirche wird fortgesetzt. Und die 37. BAYERISCHEN THEATERTAGE, das größte bayerische Theaterfestival, das corona-bedingt dieses Jahr ausgefallen ist, wird vom 12.-23. Mai 2021 nachgeholt. Das geplante Programm wird mit kleinen Veränderungen sicherlich ebenso spannend und aufregend wie das jetzige ausfallen.

Geplante Premieren:

HELDEN* / HELDINNEN*
Eine theatrale Stadtraumbespielung
Mitte Juli 2020 / Ende August 2020

Direkt vor den Theaterferien und zu Beginn der neuen Spielzeit bevölkern einzigartige Figuren den Memminger Stadtraum und erzählen von ihren außeralltäglichen Erlebnissen: HELDEN* und HELDINNEN* aus der Geschichte, aus religiösen Schriften, nordischen Sagen, antiken Dramen, Comicbüchern, Filmen, Romanen und nicht zuletzt aus unserem aktuellen Zeitgeschehen berichten einem exklusiven Publikum in der Kulisse Memmingens von ihren außergewöhnlichen Taten. Auf den theatralen Stadtspaziergängen HELDEN* (Juli 2020) und HELDINNEN* (August 2020) geht das Publikum mit den Ensemblemitgliedern des Landestheaters Schwaben auf Forschungsreise: Wenn wir tatsächlich im sogenannten „postheroischen Zeitalter“ leben – warum hat dann die Sehnsucht nach Helden und Heldinnen Hochkonjunktur?

EVENT
von John Clancy
Deutsch von Frank-Patrick Steckel
I: Peter Kesten
Premiere: September 2020, Großes Haus

Ein Schauspieler steht im gleißenden Scheinwerferlicht auf der Bühne und spricht zu uns über sich und die Zuschauer. Er spricht über dieses Ereignis, das wir »Theater« nennen und so vielen Regeln und Ritualen unterworfen ist, zu dem wir uns versammeln, das Gemeinschaft stiftet…
Der amerikanische Autor John Clancy hat mit EVENT eine wundervolle Theatereflektion geschaffen, die sich leichtfüßig und meditativ zugleich damit auseinandersetzt, was das Theater über das Leben sagen kann und was unser Leben mit dem Theater zu tun hat.
>>> In der Spielzeit 2020/21 zeigen wir MONOLOGE OHNE ALLES, in denen ein Ensemblemitglied mit einfachsten Mitteln für eine sehr geringe Anzahl von Zuschauer*innen eine komplette Welt in das Landestheater zaubert. EVENT ist die erste Produktion der Reihe. <<<

DIENSTAGS BEI KAUFLAND
von Emmanuel Darley
Deutsch von Klaus Gronau
I: Kathrin Mädler
Premiere: September 2020, Studio

Jeden Dienstag macht sich Roberta auf den Weg in die Stadt, in der sie aufgewachsen ist und die sie irgendwann hinter sich gelassen hat, genauso wie ihr altes Ich. In ihrer Heimatstadt kennt man sie noch als Robert. Sie besucht dort ihren Vater, der seit dem Tod der Mutter allmählich zu vereinsamen scheint und mehr und mehr die Kontrolle über sein Leben verliert. Vor allem jedoch kann er nicht akzeptieren, dass er keinen Sohn mehr hat, sondern von nun an eine Tochter. Warmherzig, melancholisch und sensibel beschreibt Emmanuel Darleys Monolog das Spannungsverhältnis Robertas zwischen Unsicherheit und behauptetem Stolz, Verletzung und dem Versuch, wieder eine Nähe zum Vater entstehen zu lassen.
>>> In der Spielzeit 2020/21 zeigen wir MONOLOGE OHNE ALLES, in denen ein Ensemblemitglied mit einfachsten Mitteln für eine sehr geringe Anzahl von Zuschauer*innen eine komplette Welt in das Landestheater zaubert. DIENSTAGS BEI KAUFLAND ist die zweiteProduktion der Reihe. <<<


IN DER DÄMMERUNG (DSE)
Schauspiel von Zinnie Harris
Deutsch von Karen Witthun
I: Ingrid Gündisch, B & K: Franziska Isensee
Premiere: September 2020, Großes Haus

Zwei Frauen kriechen an Land auf einer einsamen Insel. Robyn und Helen sind bis auf die Haut durchnässt, Adrenalin rauscht durch ihre Adern, sie klammern sich aneinander. Ihr Boot ist gekentert, doch auf wundersame Weise haben sie beide das Unglück unversehrt überlebt. Während Helen optimistisch bleibt – bestimmt wird man sie bald retten –, ist Robyn am Rande der Verzweiflung. IN DER DÄMMERUNG von Zinnie Harris beginnt als klassische Robinsonade, entwickelt sich jedoch bald zu einem Vexierspiel über Erinnerung und Wahrnehmung, einer anrührenden Erzählung über Liebe, Verlust und Trauer und einer eindringlichen Variation des „Orpheus und Eurydike“-Mythos.

DON QUIJOTE
nach dem gleichnamigen Roman von Miguel de Cervantes
Deutsch von Susanne Lange
I: Anne Verena Freybott, B & K: Franziska Isensee
Premiere: Oktober 2020, Großes Haus

Ein verarmter Landjunker schmückt seinen tristen Alltag damit aus, sich in die Welt seiner geliebten Ritterromane zu träumen. Freunde und Nachbarn versuchen so verzweifelt, ihn von der gefährlichen Literatur fernzuhalten, dass er schließlich mit einem zwangsverpflichteten Knappen in die große weite Welt zieht, um nun endlich große Heldentaten zu begehen: Don Quijote und Sancho Panza sind geboren! Der verträumte Idealist, der Windmühlen als zu bekämpfende Riesen sehen will, und der pragmatische Realist, der seinem Freund und Herrn in die verrücktesten Abenteuer folgt. Miguel de Cervantes weltberühmte Geschichte ist eine großartige Erzählung von unverbrüchlicher Freundschaft, eine Huldigung der Fantasie als bestes Mittel gegen die Unbill des Lebens und ein bis heute gültiger Appell, die eigene Geschichte selbst zu schreiben!

THE EXITEERS (Arbeitstitel) (UA)
Schauspiel von Maya Arad Yasur
I: Sapir Heller, B & K: Valentina Pinor
Premiere: Oktober 2020, Großes Haus

Die gefeierte israelische Autorin Maya Arad Yasur schreibt ein brandneues Stück, und die Regisseurin Sapir Heller wird es am Landestheater uraufführen: Noch ist es nicht fertig, aber THE EXITEERS wird ein Krimi und Beziehungsdrama, das auf ebenso verrückt-schräge wie berührende Weise von Isolation, Identität und Beziehungen handelt. Zwei Menschen finden sich in einem verschlossenen Haus wieder, ohne sich an ihre eigene Identität und die Umstände ihres Zusammenkommens zu erinnern. Doch um das Haus zu verlassen und in die Freiheit zu gelangen, sind sie gezwungen herauszufinden, wer sie sind. Ein Paar, eine Familie, Geschwister? Nichts ist sicher und nicht alles real in diesem Escape-Room des Lebens.

JUGENDSTÜCK 13/14+

>>> In der Spielzeit 2020/21 zeigen wir MONOLOGE OHNE ALLES, in denen ein Ensemblemitglied mit einfachsten Mitteln für eine sehr geringe Anzahl von Zuschauer*innen eine Welt in das Landestheater zaubert. JUGENDSTÜCK ist die dritte Produktion der Reihe. <<<

DIE FÜSSE IM FEUER Balladen & Songs
I: Kathrin Mädler, Bühne & Kostüme: Mareike Delaquis Porschka
Premiere: November, 2020, Großes Haus

Balladen sind Gedichte, die in der kleinen Form eine ganze Welt eröffnen: Gesprochen oder gesungen erzählen sie vom Sensationellen, Weltumstürzenden. Von Tod und Leidenschaft, von Verbrechen und Liebe, von Romantik und Mordlust. Sie appellieren an unsere Sensationsgier, an Voyeurismus und die Lust am Schauerlichen. Und sie wecken die Sehnsucht nach dem Wunderbaren und Phantastischen, nach Helden in schwerer Zeit. An einem ebenso düster-melancholischen wie absurd-komischen Abend reitet unser (kleines) Ensemble durch Nacht und Wind und erzählt Geschichten gegen die Einsamkeit.

LÜGNERIN (UA)
nach dem gleichnamigen Roman von Ayelet Gundar-Goshen
Deutsch von Helene Seidler
I: Niko Eleftheriadis, B & K: Heike Mondschein
Premiere: Dezember 2020, Großes Haus

Als die junge, schüchterne Nuphar von einem alternden Ex-Schlagersänger beleidigt wird schreit sie die Nachbarschaft zusammen. Die Frage, ob der Sänger sie angefasst habe, bejaht Nuphar und erkauft sich mit dieser Lüge die lang ersehnte Aufmerksamkeit ihrer Umwelt. Eine Lüge führt zur nächsten, sie lernt andere lügende Menschen kennen und findet nach Zweifeln und Gewissensbissen bald Freude an der Manipulation der Wirklichkeit. Die israelische Autorin Ayelet Gundar-Goshen hat eine grandiose Erzählung über die Macht der Worte, die verführerische Leichtigkeit der Lüge und die unsichere Konstruktion unserer Welt geschaffen, die zum ersten Mal für eine Bühne adaptiert wird.

SZENEN EINER EHE nach dem Film von Ingmar Bergmann
I: Max Claessen, B & K: Ilka Meier
Premiere: Dezember 2020, Großes Haus

Ingmar Bergmanns Film von 1973 ist die brillante Mutter des modernen Ehedramas. Das hochdramatische Kammerspiel handelt vom Scheitern der Ehe von Marianne und Johan, die sich zwischen perfekter Fassade, Ansprüchen ihrer Familie und der Suche nach sich selbst aufreiben. Zwei Menschen, die sich im Versuch zueinander zu finden so weit voneinander entfernen, dass die Kälte zwischen ihnen größer wird als ihre Liebessehnsucht. Ein intensives Schauspielerfest, das mit psychologischer Tiefe und einem bösen Humor berührt, verstört aber auch bestens unterhält.

EINE FUTURISTISCHE RETROSPEKTIVE ÜBER DAS ALLGÄU IM AUSNAHMEZUSTAND (UA)
Ein Auftragswerk von Volker Klüpfel und Michael Kobr
I: Oliver Endreß, B & K: N. N.
Premiere: Dezember 2020, Großes Haus

Das vielfach ausgezeichnete Autorenduo Klüpfel & Kobr wagt einen Zeitsprung in eine Zukunft (hoffentlich) nach der Corona-Pandemie. Und schreibt für das Landestheater und für das Allgäu ein neues Stück aus aktuellem Anlass: Drei Forscher*innen schauen zurück auf die krisenhafte Zeit und nehmen das Geschehene mit zeitlichem Abstand unter die Lupe: Was sagen die regional ausdifferenzierten Hamsterkäufe über das Wesen der Allgäuer*innen aus? Warum ziehen eigentlich alle Krisen Spinner an? Hat denn wirklich irgendjemand in der Zeit drei neu Fremdsprachen, Yoga und Ukulele spielen gelernt? Sind die Allgäuer*innen solidarischer geworden? Und hat nun jeder Haushalt einen eigenen Sauerteig? Eine humorvolle, aber auch durchaus nachdenkliche Betrachtung dessen, was der Mensch tut, wenn er in eine unerwartete Bredouille kommt und eine Auswertung dessen, was der Mensch glaubt, aus einer überstandenen Notsituation lernen zu können.

LAMPEDUSA
Schauspiel von Anders Lustgarten
Deutsch von Stefan Kroner
I: Magdalena Schönfeld, B & K: Franziska Isensee
Premiere: Januar 2021, Großes Haus

Stefano, ehemaliger Fischer auf der italienischen Insel Lampedusa, arbeitet bei der Küstenwache und entsorgt die Leichen der im Meer ertrunkenen Flüchtlinge. Denise, eine britisch-chinesische Studentin, finanziert ihr Politik-Studium in einer völlig verarmten Gegend Englands als Eintreiberin für ein Inkasso-Unternehmen. Beide haben sich durch ihre eigene prekäre Situation einem System unterworfen, dass Menschen als Kapital betrachtet. Und beide befreunden sich mit Menschen, die sie eigentlich abwickeln sollen. Emotional packend und voller Hoffnung erzählt der gefeierte britische Autor Anders Lustgarten in zwei miteinander verwobenen Monologen über Mitgefühl und die Möglichkeiten von Humanität und Solidarität - auch in für Alle schwierigen Zeiten.

IPHIGENIE AUF TAURIS
von Johann Wolfgang von Goethe
I: Gregor Tureček, B & K: Juliette Collas
Premiere: Januar 2021, Großes Haus

In Goethes klassischem Humanitätsdrama IPHIGENIE AUF TAURIS kämpft die Titelheldin dafür, dass jeder Mensch sein Schicksal selbst bestimmen darf und nicht durch seine Vorfahren oder überholte Gesetze eingeschränkt wird. Die emanzipatorische Kraft, die Goethe seiner Iphigenie verleiht, ihr Ringen um eine versöhnliche Lösung im Konflikt zwischen alten Regeln und neuen Idealen sowie die zeitlosen Themen wie die Entwurzelung des Menschen machen den über 200 Jahre alten Text zu einer sehr heutigen Erzählung!

IN EINEM TIEFEN DUNKLEN WALD
nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Paul Maar
I: Julia Dina Heße, B & K: N.N.
Premiere: Februar 2021, Großes Haus

Die Prinzessin Henriette-Rosalinde-Audora soll heiraten. Da ihr keiner der bisherigen Bewerber gefällt kommt ihr die Idee, sich von einem Untier entführen zu lassen, damit der tollste Prinz sie retten kann. Als die Prinzessin endlich ein Untier findet, will dieses sie gar nicht entführen, sondern nur ihren Proviant auffressen. Trotzdem kommen viele Prinzen, um sie zu befreien, aber alle scheitern schmählich. Bis die Prinzessin Simplinella von Lützelburgen als Prinz verkleidet vor der Höhle des Untiers steht, um die Prinzessin Henriette-Rosalinde-Audora aus den Klauen des Untiers zu retten… Aber wer ist hier eigentlich ein Untier? Und wer ein Prinz? Oder eine Prinzessin? Paul Maar, der Autor der SAMS-Bücher, schuf eine lustige, moderne Erzählung mit wundervollen Figuren, die das Märchengenre neu erfinden: Untiere sind nämlich eigentlich ganz nett und Prinzessinnen wollen viel lieber selber ihr Leben bestimmen, als einfach nur geheiratet zu werden…

DIE LABORANTIN
von Ella Road
Deutsch von John Birke
I: Robert Teufel, B & K: Rebekka Zimlich
Premiere: März 2021, Großes Haus

In einer nicht näher benannten Zukunft hat sich unsere Gesellschaft zu einer Gesundheitsdiktatur entwickelt. Die Menschheit wird mit Hilfe von simplen Bluttests in ein Ratingsystem eingeteilt, das den Wert eines Menschen anhand seiner Lebenserwartung und zukünftiger Erkrankungen festlegt. Das Rating ist Grundlage für den Zugang zu guter Bildung, Krediten, anerkannten Berufen oder potentiellen Fortpflanzungspartner*innen.
Die junge britische Autorin Ella Road erzählt ihre Dystopie durch die erschreckende und anrührende Geschichte Beas, die als Laborantin in einer Klink arbeitet. Sie und ihr Freund Aaron haben gute Testergebnisse und Bea verschafft sich mit dem illegalen Verkauf von hochwertigem Blut einen lukrativen Nebenverdienst. Sie scheinen Nutznießer des Systems zu sein bis bald klar wird, dass in einer Gesellschaft die Leben in wert und unwert aufteilt niemand sicher ist…

JUDITH
Ein Monolog nach dem Drama von Friedrich Hebbel
In der Reihe: WERKSTATT-ENSEMBLE MACHT THEATER
Von und mit: Elisabeth Hütter
Premiere: April 2021

Die biblische Gestalt von Judith, die ihre Heimatstadt vor der Belagerung durch Holofernes rettet, indem sie ihn mit seinem eigenen Schwert enthauptet, hat von Cranach und Klimt bis Sigmund Freud die Kulturgeschichte immer wieder beschäftigt. Im gleichnamigen Theaterstück von Friedrich Hebbel z.B. ist Judith eine selbstlose Kämpferin, nicht bloß für ihr Volk, sondern auch für ihre sexuelle Selbstbestimmung. Elisabeth Hütter nähert sich dieser faszinierenden Geschichte über das Ineinander von Politik, Religion und Sexualität, dieser schillernden Figur, aus weiblicher Sicht!

37. BAYERISCHE THEATERTAGE IN MEMMINGEN vom 12.-23. Mai 2021

Es ist gelungen die in der momentanen Situation entfallenden Bayerischen Theatertage auf 2021 zu verschieben. Das größte bayerische Theaterfestival wird also nur mit Verzögerung und umso größerer Vorfreude in Memmingen stattfinden: Das Motto WIR KÖNNEN AUCH ANDERS erhält also eine ganz neue Bedeutung. Das geplante Programm wird mit kleinen Veränderungen sicherlich ebenso spannend und aufregend wie das jetzige ausfallen.

Kategorien: Kultur und Heimatpflege