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Kapellen und Weihnachtsmarkt: 9. Bezirks-Fotopreis findet die Schönheit in Schwaben

v. l. Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl, 2. Preisträger Karl Aumiller, 1. Preisträger Gregor Derzapf, Bezirkstagsvizepräsidentin Barbara Holzmann, 3. Preisträger Winfried Schwarz bei der Preisverleihung im Kloster Roggenburg (Lkr. Neu-Ulm).
Fotopreis-Verleihung (Bild: Bezirk Schwaben/Valentina Forster)

10.04.2019 Der Bezirk Schwaben mobilisierte 2018 alle fotobegeisterten Bürger mit hiesigem Wohnsitz, die „Schönheit in Schwaben“ in seinen Landschaften, Menschen, Bauten oder Dingen zu entdecken. Preise gingen nach Kaufbeuren, Dillingen und Memmingen. Preisverleihung war im Kloster Roggenburg (Lkr. Neu-Ulm).

Augsburg (pm). Nach der dörflichen Bauweise, der Kulturlandschaft, der Gartenkultur, den Denkmälern, den Bräuchen in Schwaben sowie den hiesigen Flüssen und Gewässern widmete sich der aktuelle Fotopreis dem Thema „Schönheit in Schwaben“. „Bei allen bisherigen Ausstellungen gab es ein nicht benanntes Grundmotiv, die Suche nach dem schönen Bild“, erläuterte der Initiator des Fotopreises, Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl, das diesjährige Motto: „Seien es Bauernhäuser, Landschaften, Denkmäler, Gärten, Tiere, Menschen oder Gegenstände ‒ es gibt durch alle Zeiten und Kulturen die Frage nach dem Schönen. Lange war sie verbunden mit der Überzeugung, dass das Schöne auch das moralisch Gute sei.“ Bei allen individuellen Sichtweisen, stellten Fassl und die Bezirkstagsvizepräsidentin Barbara Holzmann bei der Preisverleihung fest, gibt es ein menschliches Bedürfnis nach Schönheit!

Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl würdigte die Preisträger und Motive wie folgt:

1. Preis
Gregor Derzapf, Kaufbeuren: Loreto-Kapelle bei Biessenhofen
Geradezu dramatisch zeigt sich die Loreto-Kapelle bei Biessenhofen. Die Gewitterwolken ballen sich zusammen, ein letzter Lichtkegel beleuchtet die Kapelle. Im Vordergrund verweisen die Schatten der Bäume auf die untergehende Sonne. Gleich wird das Unwetter losbrechen. Dieser kurze Moment davor, eingefangen mit perfekter Modellierung der Landschaft, atmosphärischen Dichte, Schärfe/Unschärfe, Hell-Dunkel-Differenzierung, war seit dem 17. Jahrhundert ein Projekt der Landschaftsmalerei. Zu diesem perfekten Bild gehören der Blick, Vorstellungskraft, Geduld, Können und etwas Glück.

2. Preis
Karl Aumiller, Dillingen: Böllerschießen an Neujahr bei der Sebastians-Kapelle in Holzheim/Dillingen
Seit dem 19. Jahrhundert wird an vielen Orten in Schwaben das Neujahr angeschossen, hier von einer ganzen Kompanie, aufgereiht wie Bäume einer Allee, die zur Kapelle führen. Genau der Moment des Schießens mit Pulverdampf und Feuerblitz ist eingefangen. Die ruhige mit Raureif bedeckte Landschaft, die Kapelle im Hintergrund und die bewegte Linie der Schützen in der Mitte bilden ein stimmungsvolles Ensemble in fein abgestufter Farbigkeit.

3. Preis
Winfried Schwarz, Niederrieden: Memminger Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz
Vom Kirchturm der St. Martinskirche aufgenommen bildet der Weihnachtsmarkt am Marktplatz den einzigen hell leuchtenden Ort in der dunklen Stadt, deren schneebedeckte Häuser den Hintergrund konturieren. Nur die Buden, Lichterketten und beleuchteten Fassaden von Rathaus und Bürgerhäusern erhellen das Bild. Das technisch perfekte Bild arbeitet das Weihnachtsgeschehen anschaulich heraus: Und das Licht leuchtet in der Finsternis (Joh. 1,5).

Jury

Bezirkstagsvizepräsidentin Barbara Holzmann, Martin Ebert (Fotograf), Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl, Dr. Wolfgang Ott, (Kunst- und Kulturhistoriker), Dr. Jens Soentgen (Leiter des Wissenschaftszentrums Umwelt/Universität Augsburg).

Preise

1. Preis 1.500 Euro, 2. Preis 1.000 Euro, 3. Preis 500 Euro; Weitere rund 150 besonders gelungene Darstellungen werden für die Zusammenstellung der Wanderausstellung zu je 30 Euro angekauft.

Kostenloser Verleih der Fotopreis-Wanderausstellungen für Kommunen oder Vereine

Der Bezirk Schwaben veranstaltet seit 1989 Fotowettbewerbe, die sich mit der Kultur, Kulturlandschaft und Baukultur in Schwaben befassen. Daraus wurden Wanderausstellungen erarbeitet, die bereits an über hundert Orten gezeigt wurden: „Gerade kleineren Museen und Heimatstuben sind diese Ausstellungen willkommen“, betont Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl, „denn sie ergänzen das Jahresprogramm und können selbst mit geringem Aufwand mit örtlichen Situationen aktualisiert werden.“

Bisherige Themen des Fotowettbewerbs

(1989) Landschaftsgebundenes Bauen in Dörfern und Märkten Schwabens; (1993) Schmuck und Zier an Haus und Hof; (1996) Kultur und Landschaft; (1998) Rettet unsere Bauernhöfe; (2000) Gärten und Parkanlagen in Schwaben; (2004) Leben mit Denkmälern; (2011) Bräuche in Schwaben; (2013) Flüsse und Gewässer in Schwaben.

Ansprechpartner
Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl, Telefon 0821/3101-310;
Heimatpflege@Bezirk-Schwaben.de

www.bezirk-schwaben.de

Kategorien: Kultur und Heimatpflege