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Auf dem Lern- und Erlebnisbauernhof Karibu wird Inklusion gelebt – Bezirk Schwaben fördert Beschäftigung von Menschen mit Behinderung

Eine Jugendliche führt ein Pferd, auf dem zwei weitere Mädchen sitzen. Neben ihnen schiebt eine Frau einen Jungen im Rollstuhl.
So schön und einfach kann Inklusion sein: Andrea (links), Nicki (rechts) und die anderen Kinder und Jugendlichen haben auf dem Lern- und Erlebnisbauernhof Karibu gemeinsam Spaß. (Bild: Daniel Beiter / Bezirk Schwaben)

19.09.2018 Bereits seit Jahren verbringen Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung auf dem Lern- und Erlebnisbauernhof Karibu gemeinsam eine gute Zeit. Nun bietet Karibu durch eine neue Förderung des Bezirks Schwaben auch drei Arbeitsplätze für behinderte Menschen.

„Seitdem Andrea diese Perspektive hat, ist sie in der Schule wieder top motiviert“, freut sich Karin Stark, Leiterin des Lern- und Erlebnisbauernhofs Karibu in Sigmarszell (Landkreis Lindau). Andrea (17) aus Lindenberg verbringt gerne ihre Ferien im Karibu. Gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen kümmert sie sich dort um die zahlreichen Tiere wie Pferde, Ziegen und Meerschweinchen, kocht und verlebt auch bei vielen weiteren Aktivitäten eine gute Zeit. Nach einem Praktikum spornt die junge Dame mit Down-Syndrom nun die Aussicht an, nach ihrem Schulabschluss auf dem Hof eine Ausbildung zu machen und – wenn diese beiden Hürden gemeistert sind und sie volljährig ist – fest im Karibu mitzuarbeiten. Sie wäre dann die zweite von drei Menschen mit Behinderung, die durch ein neues Förderangebot des Bezirk Schwaben einen Arbeitsplatz im Karibu erhält.

„Karibu ist einer der ersten sogenannten Anderen Leistungsanbieter, wie sie durch das Bundesteilhabegesetz nun möglich sind. Der Bezirk Schwaben kann dadurch auch auf diesem Weg die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben unterstützen“, erklärt Melanie Finsterwald aus der Sozialverwaltung des Bezirks. Andere Leistungsanbieter stellen Alternativen der beruflichen Bildung und Arbeitsangebote für behinderte Menschen außerhalb der Werkstätten dar. Für die Finanzierung der Ausbildung, die der Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt vorausgeht, sei die Agentur für Arbeit zuständig, der Bezirk Schwaben unterstütze die Anbieter bei der Finanzierung der Arbeitsplätze.

Eine weitere Jugendliche mit Down-Syndrom ist durch diese Förderungen bereits bei Karibu im Einsatz. „Sie hat bislang ein besonderes Händchen für die Arbeit mit den Kindern bewiesen, weshalb sie derzeit eine pädagogische Zusatzausbildung absolviert“, berichtet Karin Stark. Für ihren Betrieb biete die Behinderung ihrer Mitarbeiterin sogar einen Mehrwert: „Zu Gästen wie Nicki, der seit einem schweren Unfall einen Rollstuhl benötigt, hat sie einen ganz anderen Zugang, da sie ihm ohne Berührungsängste und auf Augenhöhe begegnet.“

Das inklusive Miteinander auf dem Lern- und Erlebnisbauernhof kommt auch bei den Kindern und Jugendlichen ohne Behinderung gut an. „Es ist besser, dass keiner ausgeschlossen wird“, findet beispielsweise die 13-jährige Leyla, die seit dem Kindergarten regelmäßig beim Ferienangebot im Karibu teilnimmt und mittlerweile als Betreuerin mithilft.

Durch ihre angestrebte Tätigkeit im Karibu will Andrea sich einen persönlichen Traum erfüllen. Sie will „den Leuten helfen, wie eine Superheldin“. Ob sie dieses Ziel erreichen wird, daran lässt sie keinen Zweifel: „Ich bin stark.“

Kategorien: Soziale Hilfen