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Bezirkskliniken Schwaben übernehmen Therapiezentrum Burgau

18.01.2018 Das Therapiezentrum Burgau ist eine bundesweit anerkannte und bekannte Einrichtung für Neurologische Rehabilitation - und es ist das Lebenswerk des schwäbischen Unternehmers Max Schuster, der die Klinik nach einem Motorroller-Unfall seiner Tochter Evi, bei dem sie ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt, gründete.

Im Bild von links nach rechts: Bezirkskliniken-Vorstandsvorsitzender Thomas Düll, Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, Ursula Merscher, Vorstandsmitglied der Max-Schuster-Stiftung, die Altgesellschafter Max Schuster (Gründer des Therapiezentrums), Bürgermeister Tobias Bühler (Gundremmingen), Landrat Hubert Hafner und der Geschäftsführer des Therapiezentrums, Stefan Brunhuber.
Die Bezirkskliniken Schwaben sind neuer Alleingesellschafter des Therapiezentrums Burgau. (Bild: Georg Schalk, Bezirkskliniken Schwaben)

„Max Schuster hat im Grunde die Therapie und Nachsorge für Menschen mit schwersten Hirnschädigungen in Deutschland etabliert", so Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, „und es ist mehr als verständlich, dass er, nachdem er sich aus Altersgründen aus dem Management zurückzieht, die Zukunft des Therapiezentrums gut absichern will." Dies ist unter Moderation von Reichert in den vergangenen Monaten gelungen: Das Therapiezentrum Burgau gehört seit dem 1. Januar 2018 zu 100 Prozent zu den Bezirkskliniken Schwaben, ein Kommunalunternehmen des Bezirk Schwaben. Zum Jahresbeginn ist der angekündigte und lange vorbereitete Eigentümerwechsel vollzogen worden.

Das im Landkreis Günzburg gelegene Therapiezentrum ist eine große und renommierte Fachklinik für Neurologische Rehabilitation und hat in Bayern die längste Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit erworbenen Hirnschädigungen. 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in dem Akutkrankenhaus und in der Rehabilitationsklinik mit insgesamt 111 Betten. „Mit der Übernahme wird sich nicht viel ändern", verspricht der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben, Thomas Düll. „Der Name bleibt gleich, der Standort bleibt gleich, die Aufgabe bleibt gleich und die Mitarbeiter bleiben gleich." Der von den Altgesellschaftern vor längerem beschlossene Neubau anstelle des alten Krankenhaustrakts soll Anfang dieses Jahres wie geplant in Angriff genommen werden, so Düll.

Das Therapiezentrum Burgau ist und bleibt eine selbstständige „Gemeinnützige Gesellschaft zur neurologischen Rehabilitation nach erworbenen cerebralen Schäden mbH". Bisherige Gesellschafter waren die Max-Schuster-Stiftung (71 Prozent), die Gemeinde Gundremmingen (20 Prozent), der Landkreis Günzburg (5 Prozent) und der Bezirk Schwaben (4 Prozent). „Angesichts der Komplexität des deutschen Gesundheitswesens und der immer größer werdenden Schwierigkeit, eine solche Einrichtung wirtschaftlich zu betreiben, hat Max Schuster einen starken Partner gesucht und in den Bezirkskliniken Schwaben gefunden", so Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert. Der Prozess des Übergangs und des Kaufes sei im Lauf der vergangenen Monate gut vorbereitet worden.

In einem ersten Schritt haben die Altgesellschafter ihre Anteile komplett auf die Max-Schuster-Stiftung übertragen. Anschließend übertrug die Stiftung die Anteile am Therapiezentrum Burgau zu 100 Prozent auf die Bezirkskliniken Schwaben. Notariell beurkundet wurde der Gesellschafterwechsel am 13. Dezember 2017 in Augsburg. Federführend an den Verhandlungen beteiligt waren unter Moderation von Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert und Max Schuster und dessen enge Mitarbeiterin Ursula Merscher, der Geschäftsführer des Therapiezentrums, Stefan Brunhuber, Landrat Hubert Hafner, der Bürgermeister der Gemeinde Gundremmingen, Tobias Bühler, sowie der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben, Thomas Düll.

Gegründet wurde das Therapiezentrum Burgau vom Neusässer Unternehmer Max Schuster. Nach einem schweren Verkehrsunfall, in den seine Tochter 1987 verwickelt war, hatte er über Monate hinweg Ärzte und Therapeuten gesucht, die seinem Kind helfen können. Er fand sie, allerdings im Ausland. Was in Deutschland Ende der achtziger Jahre noch als unmöglich galt, wurde unter anderem in den USA und der Schweiz bereits praktiziert: eine gezielte Rehabilitation für Menschen im Koma mit schwersten Hirnschäden. Max Schuster konnte so seiner Tochter helfen, doch er gab sich damit nicht zufrieden. Als er erfuhr, dass es Wege zurückgibt, beschloss der Unternehmer, künftig auch den vielen anderen Betroffenen zu helfen, deren Leid und Hilfslosigkeit er kennengelernt hat. So wuchs das Therapiezentrum aus kleinsten Anfängen heraus kontinuierlich. 1989 begann die Versorgung mit 20 Betten auf einer Station innerhalb des Kreiskrankenhauses Burgau. Heute ist die  Einrichtung an der Kapuzinerstraße nach umfangreichen Erweiterungsmaßnahmen ein überregionales Schwerpunktzentrum, in dem Patienten mit erworbenen Hirnschädigungen (z.B. nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutung) behandelt werden. Mit einer Kapazität von 111 Betten umfasst das Leistungsangebot die Neurologische Frührehabilitation sowie die Weiterführende Neurologische Rehabilitation. Außerdem gibt es eine Intensivstation mit Beatmungsplätzen. Damit ist das Therapiezentrum die drittgrößte Frühreha-Klinik im Bereich der Neurologie im Freistaat Bayern.

Das Therapiezentrum rundet das Angebot der Bezirkskliniken Schwaben gut ab. Diese leisten ein umfassendes und hochwertiges Versorgungsangebot in den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik sowie Neurologie und Neurochirurgie mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Einzugsgebieten in Bayerisch-Schwaben. Mit dem Gesellschafterwechsel hat das selbstständige Gesundheitsunternehmen des Bezirks eine Konzernstruktur erreicht. Unter dem Dach der Bezirkskliniken Schwaben arbeiten jetzt mehr als 4250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Kategorien: Bezirk Schwaben, Gesundheit