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Deutscher Mühlentag: 100 jährige Ölmühle beim Museum KulturLand Ries Maihingen zu erleben

Der Kollergang dieser Ölmühle, einer Rarität, besteht aus tonnenschweren Mahlsteinen, die unter einer eindrucksvollen Geräuschkulisse senkrecht um eine Mittelachse laufen und die ölhaltigen Früchte zerquetschen. Die Masse wird anschließend unter ständigem Rühren in der Wärmpfanne erhitzt und hydraulisch gepresst.
100 Jahre alte Ölmühle in Maihingen, Blick auf den Kollergang (Bild: Friedrich Hermann)

14.05.2018 Am Pfingstmontag, 21. Mai, wird im Mühlenmuseum Maihingen eine über hundert Jahre alte Ölmühle in Betrieb genommen. Im benachbarten Museum KulturLand Ries laden kulturhistorische Ausstellungen zu interessanten und vergnüglichen Streifzügen durch ländliche Lebenswelten von einst.

Maihingen (pm). Seit 1993 führt die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung alljährlich am Pfingstmontag bundesweit den Deutschen Mühlentag durch. Ziel ist es, die Mühlen, einst wichtige Orte der technischen Innovation und der Begegnung, wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. In Deutschland öffnen an diesem Tag über eintausend Mühlen.

Der Standort Maihingen (Lkr. Donau-Ries) bietet sich gleich in mehrfacher Hinsicht als Ausflugsziel an. Der Rieser Bauernmuseums- und Mühlenverein öffnet das Mühlenmuseum in der Scheune der Klostermühle. In unmittelbarer Nähe des Museums KulturLand Ries können die Besucher von 13 bis 16 Uhr hier eine über hundert Jahre alte Ölmühle im Betrieb erleben. Sie stammt aus der Gegend von Miltenberg, wurde nach Maihingen versetzt und betriebsfähig gemacht. Der Kollergang besteht aus tonnenschweren Mahlsteinen, die senkrecht um eine Mittelachse laufen und die ölhaltigen Früchte zerquetschen. Dabei erzeugt er eine eindrucksvolle Geräuschkulisse. Sachkenner erläutern am Deutschen Mühlentag den Besuchern die Vorgänge fachkundig und verständlich.

Ausstellungen im Museum KulturLand Ries

Auf dem weitläufigen Gelände des Museums KulturLand Ries, einer Einrichtung des Bezirks Schwaben, laden von 13 bis 17 Uhr vier kulturhistorische Ausstellungen zu interessanten Streifzügen durch einstige Lebenswelten.

Rundgang 300 Jahre Alltagskultur im Ries auf rund 1100 qm

Im Brauhaus führt der weitgehend barrierefreie Rundgang 300 Jahre Alltagskultur im Ries auf rund 1100 qm durch die Themenbereiche Kleidung, Warenwelt und Werbung, Gesundheitspflege, Möbel, Hausarbeit und Vorratshaltung, Kindheit und Schule. Unzählige Objekte von anno dazumal sind zu bestaunen – bis zu komplett eingerichteten Arzt- und Zahnarztpraxen, Frisiersalons und Ladengeschäften. Ein „luftiger Spaziergang“ über das Ries bildet den Abschluss der Entdeckungsreise, die auch zahlreiche interaktive Medienstationen bereithält. Die Museumsgans Marie führt die kleinen Besucher auf einem speziellen Kinderpfad.

Sonderausstellung „Brot. Nahrung mit Kultur“

Die Sonderausstellung „Brot. Nahrung mit Kultur“ beleuchtet dieses für uns unverzichtbare Grundnahrungsmittel unter verschiedenen Aspekten: Wer bäckt Brot? Wie gehen die Mensch im Alltag mit Brot um? Wie wurde es aufbewahrt? Die Vielzahl der Sorten und der Herstellungsarten scheint in Deutschland mit 3200 eingetragenen Spezialitäten schier unerschöpflich. Im Christentum wird es im Abendmahl und Vaterunser zentral, spezielle Brote werden etwa zu kirchlichen Anlässen gebacken. Missernten und Kriege führten oft zu Brotmangel und Hungersnöten. Auch heute noch gibt es in vielen Regionen der Welt nicht genug zu essen. In der reichen westlichen Welt dagegen ist Brot ein Massenprodukt, das oft weggeworfen wird, wenn es hart ist. Zahlreiche Stationen laden zum Riechen, Anfassen und Ausprobieren ein.

Geschichte der Rieser Landwirtschaft im Wandel 1800–1950

In der Klosterökonomie zeichnet eine ebenfalls barrierefreie Ausstellung mit Geräten, Maschinen, Filmen, Modellen zum Ausprobieren und Inszenierungen abwechslungsreich die Geschichte der Rieser Landwirtschaft im Wandel 1800–1950 nach.

 

Fotoausstellung „Menschen im Ries. Bilder aus der Sammlung Gerda Schupp-Schied“

Die Fotoausstellung „Menschen im Ries. Bilder aus der Sammlung Gerda Schupp-Schied“ präsentiert eine Auswahl aus dem reichhaltigen Fundus volkskundlicher Fotografien, den die Heimatforscherin Gerda Schupp-Schied (1939–2014) im Nördlinger Ries für ihre Bücher und Zeitungsartikel zusammengetragen hat: Kleinkinder, barfuß und mit Schürzen auf den Straßen, Geschwister, herausgeputzt im Fotostudio, junge Männer nach der Musterung, Austragsbäuerinnen, Bauern beim Kartenspiel im Wirtshaus. Zu sehen sind Bilder, die Menschen in unterschiedlichsten Situationen zeigen, in ihrer Freizeit, beim Feiern, im Familienkreis oder bei der Arbeit. Vieles lässt sich an den Aufnahmen aus dem Zeitraum 1900 bis 1970er Jahre ablesen: Die schwere Arbeit oder Bräuche bei der Hochzeit sind ebenso bildlich festgehalten wie Eindrücke von Märkten.

 

Zur Stärkung stehen am Deutschen Mühlentag Kaffee, kalte Getränke und Kuchen bereit

 

Informationen

Museum KulturLand Ries, 86747 Maihingen, Klosterhof 3 und 8, Telefon: 09087 920717–0, www.museumkulturlandries.de;

Das Museum KulturLand Ries in Maihingen ist eine Einrichtung des Bezirks Schwaben. Es wird mit Unterstützung des Landkreises Donau-Ries betrieben.

 

Kategorien: Museen, Kultur und Heimatpflege

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