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Erfolge und Perspektiven europäischer Regionalpartnerschaften: Bezirkstagspräsident Reichert auf Abschiedsreise in der Bukowina

07.11.2018 „Sie waren die erste Leiterin einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die Sonnenblumen an den Wänden gemalt hatte“, erinnerte sich Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert beim Wiedersehen mit Frau Elena Duceac aus Gura Humorului während seiner Abschiedsreise in der Bukowina. Duceac war 1998 Direktorin eines Kinderheims, welches zu den ersten Projekten der Partnerschaft zwischen Schwaben und dem rumänischen Teil der Bukowina, Suceava, gehörte, Reichert frisch gewählter Bezirksrat. Nun, 20 Jahre später und nach 15 Jahren als Bezirkstagspräsident, konnte Reichert sich vor Ort von den Erfolgen einer gelebten europäischen Partnerschaft mit den Regionen Czernowitz (Ukraine) und Suceava überzeugen.

Ein kleiner Junge steht auf einer Schaukel, Bezirkstagspräsident Reichert schiebt die Schaukel an und fängt sie auf.
Wertvolle Erkenntnisse zur Therapie nach dem sogenannten Bobath-Konzept und die dafür nötige Schaukel hat der ukrainische Kinderarzt und Therapeut Ilvan Ikun (links) vom Fritz-Felsenstein-Haus erhalten. (Bild: Mikhailo Mikaliuk)

Viele Fachkräfte wie Elena Duceac vor allem aus dem sozialen Bereich haben während dieser Zeit schwäbische Einrichtungen besucht, um Arbeits- und Organisationswelten zu studieren und auf die eigene Arbeit zu übertragen. Beeindruckt zeigte sich Reichert über die so erreichten Fortschritte unter anderem im Zentrum „Osoblyva Dityna“ in Czernowitz, das eine Woche zuvor mit dem Fritz-Felsenstein-Haus in Königsbrunn eine partnerschaftliche Vereinbarung über eine Fortführung ihrer Zusammenarbeit unterzeichnet hatte. Die Fachkräfte des Zentrums, die heuer mit Unterstützung des Bezirks Schwaben zu Hospitationen nach Königsbrunn gekommen waren, setzen ihre Erkenntnisse über effektive Modelle der sozialen Rehabilitation in ihrer Einrichtung bereits mit großem Erfolg um und geben sie beispielsweise in Form von Workshops an ihre ukrainischen Kollegen weiter.

Zudem werden die adaptierten Methoden im neu eingerichteten Studiengang für Physiotherapie in Czernowitz Impulse geben – einer der sichtbaren Fortschritte im Bildungsbereich der vergangenen Jahre. An der Universität Suceava wurde ferner der Bereich Internationale Beziehungen gestärkt. In diesem wurde Reichert bereits im Jahr 2007 mit dem Ehrendoktortitel ausgezeichnet, nun erhielt er erneut eine Auszeichnung für die Stärkung des wissenschaftlichen Austauschs zwischen den Universitäten von Augsburg und Suceava, der auf Augsburger Seite mit dem Bukowina-Institut ein festes Standbein besitzt.

Säulen der Partnerschaftsarbeit bilden auch die Info- und Kontaktstellen in der Bukowina, die über den Bezirk Schwaben informieren und Veranstaltungen zu europapolitischen und kulturellen Themen organisieren. Bei einem Abschiedstreffen dort diskutierte Reichert mit Vertretern verschiedener Einrichtungen über die weiteren Perspektiven der Zusammenarbeit, von den Europawahlen bis hin zu Sommerkursen in deutscher Sprache.

Neben Gesprächen mit Studierenden und Fachkräften der sozialen Arbeit verabschiedete sich der scheidende schwäbische Bezirkstagspräsident auch von seinen Kollegen aus der Politik: Im Regionalparlament von Czernowitz sprach er über Sozialpolitik als wichtige staatliche und gesellschaftliche Aufgabe. „Wenn wir hier auf kleiner, regionaler Ebene auch in Zukunft zusammenarbeiten“, so ist Reichert überzeugt, „bereichern wir nicht nur die Gesellschaft vor Ort, sondern europaweit.“

Kategorien: Soziale Hilfen, Europa