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Ein Stück Heimat! Kulturelles Jahresprogramm des Bezirks Schwaben

Die Leiter der Kultureinrichtungen des Bezirks und Präsident Reichert kamen für die Vorstellung ihrer Jahresprogramme zur  Pressekonferenz Kultur 2018 in die Augsburger Hauptverwaltung.
v. l. Dr. Ruth Kilian (MKLR), Stefanie Kautz (Schloss Höchstädt), Monika Hoede (Trachtenberaterin), Dr. Peter Fassl (Heimatpfleger), BTP Jürgen Reichert, Christoph Lambertz (Volksmusik), Alla Bergius (sjso), Dr. Beate Spiegel (SVO), Wolfgang Ott (SBI);
Jahrespressekonferenz Kultur 2018 (Bild: Andreas Lode)

17.01.2018 2018 bringt Sehens-, Hörens- und Wissenswertes rund um Schwabens Kultur und Geschichte. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert stellt das Kulturprogramm vor.

Augsburg (pm). Die drei volkskundlich ausgerichteten Museen des Bezirks Schwaben zeigen 2018 unterhaltsame Sonderausstellungen. Tolle museumspädagogische Angebote für Kinder, Erwachsene und Senioren sprechen ein breites Publikum an. Bewährt hat sich laut Reichert die verstärkte `Kulturarbeit vor Ort`: “Gerne fördern wir zum Beispiel historische Kultur- und Heimatvereine, die „als großartige Ideenschmieden Heimatpflege im wahrsten Sinne betreiben und auch leben“. Beliebt und gut besucht sind die im Jahreskreis eingebetteten Museumsfeste in Oberschönenfeld (Lkr. Augsburg), Maihingen (Lkr. Donau-Ries) und Illerbeuren(Lkr. Unterallgäu). Über die Heimatpflege und die Beratungsstellen für Trachtenkultur und Volksmusik wird schwäbische Identität erhalten, neue Strömungen integriert: „So bleibt kulturelle Tradition zukunftsfähig!“ betont Reichert. Großveranstaltungen wie der Schwabentag und der Oberschönenfelder Weihnachtsmarkt, Theatertage, Ausstellungen, Konzerte und wissenschaftliche Fachtagungen gestalten das Kulturleben der Region aktiv mit. „Die Besucherzahlen steigen“, freut sich Reichert, „auch deswegen, weil die Menschen in unseren regionalen Veranstaltungen ein Stück Heimat wiederfinden“. „Unsere Kulturpreise sind für etablierte bildende Künstler und junge Talente, Literaturschaffende mit schwäbischen Bezug oder für im Denkmalschutz engagierte Privatleute Ehrung und Ansporn zugleich“, so Reichert. Die musikalischen Veranstaltungen reichen von klassischen und geistlichen Konzerten bis zum beliebten Volksliedsingen im Wirtshaus. Tanz-Bälle, der große Trachtenmarkt in Krumbach, Publikationen und eine Vielfalt an Kursen runden das Angebot ab.

Der Kultur-Veranstaltungskalender 2018 verschafft bei dieser Fülle den besten Überblick. Kostenlos bestellbar unter Telefon 0821/3101-386.

 

Museum KulturLand Ries (Lkr. Donau-Ries)

Ein barrierearmer Rundgang führt auf 1.300 qm durch die Dauerausstellung „300 Jahre Alltagskultur im Ries“. Höhepunkte sind Krämerladen und Milchgeschäft aus den 1920er Jahren, Damen- und Herrenfriseursalon aus den 1950er Jahren mit ihren originalen Einrichtungen. Wie anno dazumal der Arzt-, Zahnarzt, die Hebamme oder der Apotheker helfen konnten, zeigen weitere Rauminszenierungen.

Die Sonderausstellung Brot. Nahrung mit Kultur (ab 23. März) stellt unser Grundnahrungsmittel vor: Weiß, grau oder schwarz, mit Körnern, knuspriger Rinde und saftiger Krume: Die Vielzahl der Sorten und die Arten ihrer Herstellung scheinen schier unerschöpflich. Brot ist wichtiger symbolischer Bestandteil von Brauch und Religion. Seine Verfügbarkeit entscheidet über Hunger oder Überfluss. Nicht zuletzt prägt es die Esskultur und „Brotzeiten“ vom Frühstück bis zum Abendbrot. Dieses Bedeutungsspektrum zeigt die Ausstellung. Das Begleitprogramm ermöglicht, Brot zu (be-)greifen, zu riechen und zu schmecken.

Im Gedenken an die Rieser Heimatforscherin zeigt das Museum die Sonderausstellung Menschen im Ries. Bilder aus der Sammlung Gerda Schupp-Schied (ab 4. Mai.) Menschen bei der Arbeit, beim Feiern und im Kreis der Familie hatte die Fotografin (1939 – 2014) als Illustration für zahlreiche Buchveröffentlichungen, Zeitungsartikel und Vorträge zusammengetragen. Kurz vor ihrem Ableben bot sie ihren Fundus volkskundlicher Fotografien dem Museum an. www.museumkulturlandries.de

 

Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld (Lkr. Augsburg)

Das Volkskundemuseum präsentiert sich ab August auf zwei Ebenen neu. Geschichte(n) aus Schwaben und exemplarische Biografien von Menschen, Unternehmen und Objekten führen die Vielfalt und den Facettenreichtum des Lebens in Schwaben vor Augen. Der 800-jährigen Geschichte der Abtei Oberschönenfeld wird ein eigener Bereich gewidmet. Wegen dazu nötiger Umbauarbeiten wird das Gebäude bis dahin geschlossen – wir bitten um Verständnis! In der Zwischenzeit erwarten Sie Besucherzentrum und Schwäbische Galerie mit interessanten Themen, letztere auch mit Einzelausstellungen schwäbischer Künstlerpersönlichkeiten des 20. und 21. Jahrhunderts: „Auf den Punkt gebracht“ eröffnen Gemälde von Thomas Weil (ab 18. März) die Saison.

Die Sonderausstellung „Vorsicht Baustelle! Was tut sich im Museum?“ gestattet ganz besondere Einblicke in die Arbeit des Museums. Dabei sind Sie eingeladen, einmal in die Rolle der Mitarbeiter zu schlüpfen: Welche Themen sollte ein modernes Volkskundemuseum in den Blick nehmen? Was gehört in die Sammlung? Wie wird eigentlich inventarisiert? Probieren Sie es aus und entscheiden Sie selbst! Kurioses und Alltägliches – Objekte werfen Fragen auf und laden zum Nachdenken ein. Darüber hinaus erhalten Sie virtuelle Einblicke in die Baustelle. Informieren Sie sich über den aktuellen Stand der Umbauarbeiten auf Facebook. www.schwaebisches-volkskundemuseum.de

 

Hammerschmiede und Stockerhof Naichen (Lkr. Günzburg)

widmen sich in der unterhaltsamen Sonderausstellung Angebandelt. Ein Date mit der Schürze. (ab 6. Mai) einem vielseitigen Kleidungsstück, das im Alltag fast vergessen und dennoch allgegenwärtig ist: Kittelschürze, Arbeitsschürze, Kochschürze, Trachtenschürze; sie schützen die Kleidung, gewähren Prestige, sind Teil einer Arbeitsuniform, dienen der Zierde und sind modisches Statement zum Dirndl auf dem Volksfest. Die Ausstellung zeigt die Vielfalt dieses alltäglichen Kleidungsstücks. Im Schürzenladen lassen sich Berufsschürzen auch anprobieren, man sieht, wie eine Kittelschürze gemacht wird, und überdies bietet die „Sprache der Schürzen“ Überraschungen! www.hammerschmiede-naichen.de

 

Schloss Höchstädt (Lkr. Dillingen)

Was haben Kässpatzen, Fußball und Einhörner gemeinsam? Sie gehören zu den 11 ½ Lieblingsdingen, um die sich alles in der Sonderausstellung LieblingsDings (ab 1. April) auf Schloss Höchstädt (Lkr. Dillingen) dreht. Denn ob Lieblingsbuch, Lieblingsplatz oder Lieblingsmusik: Jeder Mensch hat etwas, das ihm besonders am Herzen liegt, wir hören auch einiges über besondere Lieblingsmenschen wie beste Freunde, Omas oder andere Superhelden. Die Ausstellung ist eine Art begehbares Poesiealbum und versammelt heutige und gestrige Lieblingsdinge von großen und kleinen Schwaben. Die Ausstellung bietet viele Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Ein Familienprogramm lädt zu Lieblings-Theaterstücken und Lieblings-Geschichten ein.

Was ist eigentlich Ihr LieblingsDings? Zeichnen, modellieren, fotografieren, beschreiben oder schicken Sie es uns ‒ und finden es in der Ausstellung wieder! Mitmach-Formular bis zum 12. Februar einfach runterladen unter: www.hoechstaedt-bezirk-schwaben.de

 

Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren (Lkr. Unterallgäu)

Viele Aktionstage bereichern das Freizeitangebot des ältesten Freilichtmuseum Bayerns, z. B. am „Tag der Volksmusik“ (8. Juli). Kleine Weiler oder Hausgruppen mit 32 typischen Gebäuden und detailreicher Einrichtung repräsentieren die Regionen Bayerisch-Schwabens und zeigen bäuerliche Lebensumstände beim Wohnen und Arbeiten. Alte Kulturpflanzen, selten gewordene Obstbaumsorten und Haustierrassen beleben die Bauerngärten, Felder und Weiden. Ein prall gefülltes Programm lockt mit Kursen u. a. im Korbflechten, Mähen und Dengeln oder Seifensieden.

Die Sonderausstellung Leben in den Bergen. Alpen – Himalaya (ab 1. März) präsentiert Aufnahmen von Wilfried und Luise Herold. Die Rosenheimer Fotografen dokumentieren auf eindrucksvolle Weise die Bergwelt in den Alpen und im Himalaya. Dabei zeigen sich faszinierende Parallelen, wie eine alpine Region die Menschen, ihr Alltagsleben, ihre Bräuche und Frömmigkeitsformen prägt. Die klare Anordnung der Fotografien, bei der gleiche Bildmotive nebeneinander hängen, intensiviert das Wahrnehmen von Analogien. Unter den Fotos finden sich Detailaufnahmen ebenso wie breit angelegte Panoramabilder. www.bauernhofmuseum.de

 

Das Schwäbische Jugendsinfonieorchester

ist seit sechs Jahrzehnten eine echte Talentschmiede, das zahlreiche bekannte Solisten hervorbrachte. Dirigent Allan Bergius leistet seit 2012 hier eine hervorragende Jugendarbeit. In zwei Arbeitsphasen organisiert sich Schwabens jüngstes Orchester mit über einhundert Mitwirkenden. Aufgrund der umfangreichen Besetzung zählt vor allem die große Orchesterliteratur des 19. Jahrhunderts zum Repertoire des sjso. In den Oster- und den Herbstferien wird intensiv geprobt. Für die Frühjahrskonzerte wird das ´1. Klavierkonzert, op. 15, d-Moll´ von Johannes Brahms sowie das ´Konzert für Orchester´ von Béla Bartók einstudiert. Als Solistin spielt die 1990 in Memmingen geborene Pianistin Julia Rinderle. Sie studierte am Mozarteum in Salzburg und war Erasmus-Studentin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Die Konzerte sind am 6. April in Marktoberdorf, am 7. April in Bad Wörishofen und am 8. April in Augsburg zu erleben. www.sjso.de

 

Volksmusikberatung

Sie punktet mit geselligen Veranstaltungen zum gemeinsamen Singen, Tanzen und Musizieren. „Diese Veranstaltungen machen wir gerne im Wirtshaus“, erklärt Volksmusikberater Christoph Lambertz, „denn die Volksmusik soll an ihrem Entstehungsort wieder ihren Platz finden“. Ab Frühjahr kommen die Augsburger beim Kurs „Bayerisch Tanzen“ gehörig in Bewegung. Höhepunkt ist ein großer Tanzabend am 12. Mai. Das Spielen und der Nachbau selten gewordener alter Instrumente ist ein weiterer Schwerpunkt: 2018 widmet man sich der Scherr-Zither, eine überlieferte Bauform der Zither für das Oberallgäu. „Letztes Jahr konnten wir acht Instrumente aus einem Nachlass erwerben“, freut sich der Volksmusikberater. „Damit haben wir Leihinstrumente für einen Spielkurs zur Verfügung, den wir im Rahmen der Oberstdorfer Volksmusiktage im April erstmals anbieten. Im Oktober gibt’s noch einen Instrumentenbaukurs fürs Raffele, eine Weiterentwicklung der urtümlicheren Scherr-Zither. Unter Anleitung kann man innerhalb eines Wochenendes ein spielfertiges Instrument selbst anfertigen. „Damit wollen wir die Verbreitung dieses „autochonen“ Instruments unterstützen“, sagt der Volksmusikberater. www.volksmusik-schwaben.de

 

Trachtenkulturberatung

Sie liefert reichlich neuen Stoff für die Modesaison 2018 und bietet ein weitgeschnittenes Schneider- und Handarbeiten-Kursprogramm für Anfänger und Könner. Trachtenbegeisterte mit wenig freier Zeit nutzen die Tage nach Ostern bei der 3. Trachten-Werk-Woche in Babenhausen: Das ´Drumrum und Drunter zur Tracht´, ein Rokokomieder, schmucke Knöpfe oder einen Henkelkorb mit Deckel fertigen Geschickte hier im Handumdrehen!

Mit dem „Schwäbischen Mädle-G´wand“ beweist Trachtenberaterin Monika Hoede, wie nah Festzelt-Dirndl und Tracht beieinander sind: Sie erkundigte sich bei jungen Mädchen, was ihnen beim Schnitt, der Stoffwahl und den Verzierungen gefällt: „Weggelassen konnten wir demnach zu viele Rüschen und nicht historische Hirsch- und Edelweißstickereien, die das Festzelt-Dirndl so stark verkitschen“, freut sich die Trachtenexpertin. Rocklänge und Schürzenverarbeitung lieben die modernen jungen Frauen ganz traditionell. Und was wollten die heutigen Mädle gegenüber der Biedermeiertracht verändert haben? Mieder und Rock sitzen aus einem Stück genäht viel bequemer, haben einen Reißverschluss, das Mieder (moderne) Brustabnäher, der Rock praktische Eingrifftaschen. Übrigens! Bei den Umfragen unter den Mädchen stellte sich heraus: „Ganz wichtig ist, dass die Schürze glänzt!“ www.trachten-schwaben.de

 

Bezirksheimatpflege

Sie erschließt ein breit angelegtes Aufgabenfeld. Umfangreich ist die Unterstützung bei der Denkmalpflege für private und öffentliche Eigentümer. Denkmal-, Kunst-, Literatur- und Fotopreis werden u.a. vom Bezirksheimatpfleger kuratiert. Der Schwäbische Literaturpreis ist mittlerweile im deutschsprachigen Literaturbetrieb eine feste Größe, denn ausgeschrieben wird er für den gesamten schwäbisch-alemannischen Sprachraum. 2018 sind Literatur- und Fotopreis zum Thema „Schönheit“ ausgeschrieben. Weitere wissenschaftliche Tagungen, Publikationen oder Ausstellungen werden veranstaltet, oft auch im Schwäbischen Tagungs- und Bildungszentrum Irsee (Lkr. Ostallgäu), und der Schwabenakademie Irsee. Im Oktober beleuchtet dort eine große Tagung „200 Jahre Bayerische Verfassung“ die politischen, sozialen und kulturellen Auswirkungen auf die zu Neubayern gewordenen Schwaben.

Für die hiesigen Bühnen sind die jährlichen Amateurtheater-Seminare und die Theatertage an der Schwabenakademie Irsee (Lkr. Ostallgäu) eine gute Möglichkeit, den Austausch mit Gleichgesinnten zu suchen. Hier fühlt sich die Heimatpflege auch der Mundart verpflichtet. Die Theatertage greifen im Oktober ebenfalls das Bayerische Verfassungsjubiläum auf und „theatralisieren“ die ´Schwaben in Bayern´ humorvoll auf der Bühne. Der Schwäbische Theaterkalender informiert als Online-Portal für die hiesigen rund 500 Laientheaterbühnen ‒ mehr als anderswo in Deutschland ‒ über Aktivitäten und Aufführungstermine. heimatpflege.bezirk-schwaben.de

 

Kostenlos: Jahresprogramm/Kulturveranstaltungskalender; Telefon 0821/3101-386; oeffentlichkeitsarbeit@bezirk-schwaben.de

Kategorien: Kultur und Heimatpflege, Museen, Trachtenkulturberatung, Volksmusikberatung, Jugendsinfonieorchester, Heimatpflege

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