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Landestheater Schwaben: Premieren und Extras im September und Oktober

22.07.2019 Im September startet die neue Spielzeit am Landestheater Schwaben unter dem Motto „Es kommt darauf an“. Los geht es am 14. September mit einem Theaterfest, bei dem das spannende Programm der Saison 2019/2020 entdeckt werden kann.

Am großen Eröffnungspremierenwochenende warten dann gleich zwei Premieren: „Die Räuber“ am 20. September, 20:00 Uhr im Großen Haus und „Demut vor Deinen Taten Baby“ am 21. September, 20:00 Uhr im Studio. Am 26. Oktober, 20:00 Uhr folgt dann die Uraufführung von „Ein deutsches Mädchen“ im Studio. Außerdem gibt es viele tolle Extras: die neue Gesprächsreihe „Die Zukunft unserer Region“, die mit dem Thema „Wie rechts ist unsere Region?“ eröffnet, einen Gottesdienst zu „Die Räuber“ als Auftakt der Reihe „Theater und Kirche“ und ein „Fest für Pädagog*innen“.

Extra: Theaterfest: Es kommt darauf an

Am 14. September 2019 startet das Landestheater Schwaben von 13:00 – 17:00 Uhr mit einem Theaterfest unter dem Spielzeitmotto „Es kommt darauf an“ in die Saison und lädt alle Neugierigen zum gemeinsamen Feiern ein!

Szenen und Lesungen an verschiedenen Orten im Haus vermitteln einen Eindruck, was in der Spielzeit 2019/2020 Spannendes geboten wird. Unter anderem werden Ausschnitte aus den Eröffnungspremieren „Die Räuber“ und und „Demut vor Deinen Taten Baby“gezeigt. Zudem werden exklusive Blicke hinter die Kulissen gewährt: So kann die Wandlungsfähigkeit der neuen Ensemblemitglieder in einem öffentlichen Vorsprechen erlebt und an verschiedenen Führungen durch das Theatergebäude teilgenommen werden.
Zum Verweilen lädt das Cafè Liebe! ein. Bei einem leckeren Stück Kuchen dürfen Sie in Liebesliedern, vorgetragen von Jens Schnarre, schwelgen.

Auch Mitmachen ist möglich: Auf der Probenbühne gibt es im Rahmen der Bürgerbühne Schwaben einen Theater-Workshop ab acht Jahren, sowie einen Sprechworkshop Räzuber Chor mit Ensemblemitglied David Lau im Großen Haus. In der Flohmarkt- und Fotoecke kann zur Erinnerung ein ganz eigener Schnappschuss angefertigt und vielleicht ein besonderes Souvenir ergattert werden.
Bei der Fotoaktion „Worauf kommt es Ihnen an?“ ist dann Ihre Meinung gefragt - die besten Bilder werden durch das Landestheater Schwaben ausgewählt und im Foyer ausgestellt.
Für junge Theaterbegeisterte gibt es Kinderschminken durch die Maskenabteilung und unter dem Motto „Konrad und das Kind aus der Konservenbüchse“ kann in der Upcycling-, Mal und Bastelecke allerlei Schönes gebastelt werden.
Im Biergarten vor dem Theater ist für das leibliche Wohl gesorgt und auf dem Theaterplatz gibt es Gute-Laune-Garantie mit Musik von Michael Sisto sowie Maximilian Jäger.
Der Eintritt zum Theaterfest ist frei!

Premiere: Die Räuber

Die ungleichen Brüder Franz und Karl Moor leiden unter mangelnder Anerkennung des Vaters (-Staat). Der eine von ihnen wird zum intriganten Machtpolitiker, der andere zum Räuber, Straßenkämpfer, Rebell. „Die Räuber“ schildert eine kälter werdende Gesellschaft, an deren Rändern sich Unzufriedenheit, Misstrauen und Gewalt regt und ist damit aktueller denn je.
Sex, Drugs and Rock’n’Roll – Karl hat es mit dem wilden Studentenleben ziemlich übertrieben, steht nun vor einem Berg Schulden und wird sogar polizeilich verfolgt. Er schreibt Graf Maximilian Moor, seinem Vater, um sich zu entschuldigen und von nun an ein geordnetes Leben zu führen. Doch sein Bruder Franz, der unter Liebesentzug des Vaters leidet, ist krankhaft eifersüchtig und manipuliert den Brief. Es kommt zum Eklat: Karl, der einstige Lieblingssohn, wird vom Vater verstoßen.

„Die Räuber“, Friedrich Schillers erstes Drama, wurde 1782 in Mannheim uraufgeführt und löste dort einen Skandal aus. Mit großer Wildheit erzählt der damals gerade einmal 22jährige Autor von Freiheitsdrang und der Unzufriedenheit einer Jugend mit der Vätergeneration, von Aufbegehren und Radikalisierung, gerechtem und ungerechtem Zorn auf die Gesellschaft, von Erwachsenwerden und Identitätsfindung.

Premiere: Freitag, 20. September 2019 – 20:00 Uhr – Großes Haus

Weitere Termine: 22. September, 01., 05., 10. und 16. Oktober.

Inszenierung: Julia Prechsl – Bühne und Kostüme: Birgit Leitzinger – Musik: Fiete Wachholtz – Besetzung: Agnes Decker, Miriam Haltmeier, Elisabeth, Hütter, David Lau, Tobias Loth, Klaus Philipp, André Stuchlik, Regina Vogel, Tim Weckenbrock

Premiere: Demut vor Deinen Taten Baby

Laura Naumanns Satire „Demut vor Deinen Taten Baby“ gibt drei Frauen den brisanten Auftrag, alle Menschen glücklich zu machen, indem sie sie vor vorgetäuschten Terroranschlägen retten. Das Stück stellt die hochaktuelle, politisch oft instrumentalisierte Frage, wovor die Menschen ständig Angst haben. Humorvoll und bösartig wird gezeigt, wie verzweifelt jeder nach der besten Version des eigenen Lebens sucht und bereit ist, allen möglichen Utopien der Weltverbesserung nachzulaufen – selbst wenn die Erlösung im Terroranschlagssimulator steckt.

Bettie, Mia und Lore sind auf dem Damenklo eines Flughafens, als ein zurückgelassener Koffer Terroralarm auslöst. Die Toilette wird abgeriegelt, der Flughafen evakuiert, und die drei bleiben hilflos in ihren Kabinen zurück. Die gemeinsam zu überstehende Todesangst schweißt die eben noch unbekannten Frauen zu Freundinnen fürs Leben zusammen. Als die Entwarnung kommt, bemerken sie, dass alle Lebenskrisen ausgelöscht wurden durch das wohlige Gefühl, gerade noch einmal davongekommen zu sein. Und plötzlich ist die Idee da: Ein weibliches Überfallkommando bilden und Anschläge in Diskos und Supermärkten vortäuschen, um den vermeintlichen Opfern das gleiche Glücksgefühl zu bescheren! Pussy Riot, Drei Engel für Charlie, Thelma & Louise haben abgedankt – jetzt kommen Bettie, Mia und Lore!
Da das Konzept aufgeht, kauft die Regierung ihnen die Idee ab. Die drei expandieren; die Stimmung im Land steigt, die Geburtenrate wächst und der Leichtsinn macht sich breit. Als das Wirtschaftssystem zu kollabieren droht, soll das Trio, diesmal mit einem echten Anschlag, die Menschen an den Ernst des Lebens, Versicherungen und Rücklagen erinnern …

Premiere: Samstag, 21. September 2019 – 20:00 Uhr – Studio

Weitere Termine: 24. September, 21., 27. und 28. November, 04., 05., 21. und 28. Dezember, 04. Januar, 03. März.

Inszenierung: Anne Verena Freybott - Bühne und Kostüme: Franziska Isensee – Musikalische Einstudierung: Fiete Wachholtz – Besetzung: Anke Fonferek, Claudia Frost, Franziska Roth

Extra: Fest für Pädagog*innen

Um Pädagog*innen bei einem Getränk den neuen Spielplan und das vielseitige theaterpädagogische Angebot vorzustellen, lädt das Landestheater Schwaben herzlich ein! Melden Sie sich bitte in der Theaterpädagogik an!

Termin: Dienstag, 01. Oktober 2019 – 18:00 Uhr

Extra: Die Zukunft unserer Region - Gespräche über das Allgäu

Neue Gesprächsreihe am Landestheater Schwaben! Das Landestheater Schwaben nimmt sein Spielzeitmotto „Es kommt darauf an“ zum Anlass genauer in unsere Region zu schauen.
In Anbindung an die Premieren der Spielzeit werden Gesprächspodien mit Expert*innen zu den drängenden Themen unseres Moments ins Landestheater Schwaben eingeladen.

Deutsche Mädchen im Allgäu. Wie rechts ist unsere Region?

Anlässlich der Uraufführung „Ein deutsches Mädchen“ diskutieren Regisseur Mirko Böttcher, Simone Rafael von der Amadeu Antonio Stiftung und der Journalist Sebastian Lipp, der auf dem Blog „Allgäu Rechtsaußen“ neonazistische Umtriebe im Allgäu dokumentiert, über die rechte Szene in unserer Region, den Umgang mit Rechtsradikalismus in unserer Gesellschaft und die Bedrohung unserer liberalen Demokratie.

Termin: Sonntag, 20. Oktober 2019 – 11:00 Uhr
Eintritt: Frei

Premiere: Ein Deutsches Mädchen -Uraufführung

Die Geschichte einer jungen Aussteigerin aus der deutschen Neonazi-Szene ist einer der verstörendsten Texte, der in den letzten Jahren auf den Buchmarkt gekommen ist. Heidi Benneckensteins persönliche Einblicke in eine hermetische Parallelwelt zeigen, wie umfassend organisiert die rechtsradikale Szene in Deutschland ist und wie sorgsam sie ihre Zukunft plant. Dass es Heidi und ihrem Mann Felix dennoch gelungen ist, die Szene hinter sich zu lassen und heute selber Aussteiger*innen zu helfen, sorgt dafür, dass „Ein deutsches Mädchen“ nicht beängstigend bleibt, sondern ein starker, Mut machender Bericht wird!

In einem idyllischen Örtchen im Münchner Speckgürtel wächst Ende der 1990er Jahre ein ganz normales Mädchen namens Heidi in einer unauffälligen Mittelstandsfamilie auf. Der Vater ist Zollbeamter im mittleren Dienst, die Eltern betreiben gemeinsam ein Ferienlager - und erziehen ihre Kinder in der Ideologie des Nationalsozialismus. Als kleines Mädchen erlebt Heidi paramilitärischen Drill in den Ferienlagern der konspirativen, mittlerweile verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“. Mit 15 Jahren ist sie fester Teil der Neonazi Szene in Bayern, nimmt an Aufmärschen teil, verprügelt einen Journalisten der „Lügenpresse“ und hetzt gegen Ausländer. Erst als Heidi sich in den rechten Liedermacher Flex verliebt und die beiden ein Kind erwarten, bekommt ihr geschlossenes Weltbild erste Risse.

In Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung und „Allgäu Rechtsaußen“.

Das Landestheater Schwaben unterstützt „Allgäu Rechtsaußen“ mit 0,50 Euro von jeder verkauften Eintrittskarte.

Premiere: Samstag, 26. Oktober 2019 – 20:00 Uhr – Studio

Weitere Termine: 29. Oktober, 08., 15. und 26. November, 13. Dezember, 10., 11., 17. und 31. Januar.
Inszenierung: Mirko Böttcher - Bühne und Kostüme: Marie Wildmann – Musik: Alexandra Holtsch - Besetzung: Elisabeth Hütter, Tim Weckenbrock

Extra: Theater und Kirche

Neue Reihe am Landestheater Schwaben! Die Institutionen Theater und Kirche reflektieren gleichermaßen über essentielle Themen des Lebens und Möglichkeiten eines respektvollen Zusammenlebens. Aus diesem Grund haben Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Memmingens und das Landestheater Schwaben in Zusammenarbeit ein neues Begleitprogramm entwickelt: Zu bestimmten Produktionen des Landestheaters werden in den Kirchengemeinden Gottesdienste gestaltet, in denen Inhalte aus theologischer Perspektive beleuchtet, die Stücke befragt, Brücken geschlagen und so neue Denkräume eröffnet werden.
Der erste thematisch verknüpfte Gottesdienst findet zur Inszenierung „Die Räuber“ statt.

Termin: Sonntag, 27. Oktober – 10:00 Uhr – Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Martin, Martin-Luther-Platz 5, 87700 Memmingen

Pressekontakt und weitere Information:
Eva-Maria Trütschel
Pressereferentin und Assistentin der Theaterleitung
Tel: 0 83 31/94 59 10
E-Mail: truetschel@landestheater-schwaben.de

Kategorien: Kultur und Heimatpflege