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Landestheater Schwaben: Premieren, Wiederaufnahmen und Extras im Februar 2019

07.01.2019 Zwei Premieren gibt es im Februar am Landestheater Schwaben. Zum einen im Studio Michael Kohlhaas, nach der Novelle von Heinrich von Kleist, die sehr heutige Geschichte eines Menschen, dessen Welt angesichts des ihm geschehenen Unrechts aus den Fugen fällt. Zum anderen im Großen Haus "Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone", ein spannender, witzig-anrührender und intelligenter Abend über das Erwachsenwerden, über verloren geglaubte Hoffnungen zersplitterter Familien und eine sehr besondere Art die Welt zu sehen, ab zwölf Jahren. Zudem wird die Liebeskomödie "Eine Sommernacht" wiederaufgenommen. Als Extra für junge Theaterinteressierte bietet das Landestheater Schwaben die Kinderführung "Hereinspaziert!" an.

Wiederaufnahme: Eine Sommernacht

Liebeskomödie mit Musik von David Greig und Gordon McIntyre

Der schottische Autor David Greig erfand mit EINE SOMMERNACHT eine hinreißend schräge Romanze für unser neurotisches 21. Jahrhundert. Die Protagonisten werden zu Erzählern ihrer eigenen Liebesgeschichte, die sie immer wieder korrigieren, durch Zeitsprünge unterbrechen und als Erfindung entlarven. Durch diesen höchst amüsanten Kniff entsteht die perfekte Komödie. Und es wird spielerisch klar, dass unsere Lebensgeschichten immer nur so gut sind, wie wir sie erzählen! In einer rauschhaften Sommernacht in Edinburgh begegnen sich zwei frustrierte Mittdreißiger in einer Bar: Helena – Spitzenanwältin: Spezialgebiet Scheidungen – ist, wie so oft, von einem verheirateten Liebhaber versetzt worden. Bob – Musiker und Kleinkrimineller – ist wieder einmal in ein berufliches Doppeltief abgerutscht. Die beiden haben neben ihrem Alter nichts gemeinsam. Außer vielleicht die aufkommende Midlife-Crisis und die Absicht, diese mit viel Alkohol in Schach zu halten. Es folgt ein eher unspektakulärer One-Night-Stand, und nichts, aber auch gar nichts, spricht für ein Wiedersehen. Ein paar persönliche Pannen später begegnen die zwei sich aber doch wieder: Helena in einem ruinierten Brautjungfernkleid und Bob mit schlechter Laune. Gemeinsam hauen sie die Beute von Bobs letztem Coup auf den Kopf, trudeln durch eine rauschhafte Sommernacht und kommen sich dabei näher als gedacht... "Eine Sommernacht" erzählt mit kleiner Besetzung und unbeschwerten Songs die immer wieder große Geschichte der Liebe. Charmant, ironisch, melancholisch – Magie und spielerischer Irrwitz inbegriffen!

In Kooperation mit Breckel's Brasserie.

Die Brasserie öffnet vor allen Vorstellungen von "Eine Sommernacht" um 17.30 Uhr. Es wird eine Abendkarte angeboten. Essenbestellung ist möglich bis 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn, Getränkebestellung bis 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Wiederaufnahme: 01. und 04. Februar 2019 – Breckel's Brasserie

Auswärtige Aufführungen siehe Spielplan.

Inszenierung: Greta Lindermuth - Bühne und Kostüme: Seraina Keller – Besetzung: Claudia Frost - Tobias Loth - Tiny Schmauch am Kontrabass

 

Premiere: Michael Kohlhaas

nach der Novelle von Heinrich von Kleist

Kleists berühmte Novelle mit ihrer berückenden Sprache handelt von der übermächtigen Wut eines Einzelnen und der unheimlichen Energie der Enttäuschten. Sie erzählt die sehr heutige Geschichte eines Menschen, dessen Welt angesichts des ihm geschehenen Unrechts aus den Fugen fällt und stellt in Frage, wie unerschütterlich unsere eigenen Moralvorstellungen sind. Es ist leicht, sich von Bildern der Gewalt bei Demonstrationen, Aufständen und Krawallen zu distanzieren. Aber wie würden wir Mittelstandsbürger auf die Zerstörung unseres Weltbilds reagieren? Wie weit würde unser Protest gehen? Würden wir irgendwann auch versuchen, Gerechtigkeit mit Gewalt zu erzwingen? Würden wir zu Rebellen oder zu Terroristen?

Michael Kohlhaas, ein reisender Pferdehändler, muss an einem Schlagbaum in Sachsen zwei seiner prächtigsten Rappen als Pfand zurücklassen. Als er auf der Heimreise sein Eigentum abholen will, erkennt er die ausgemergelten Pferde fast nicht mehr wieder. Als sein Knecht ihm auch noch berichtet, dass man ihn davon abhielt die Pferde zu versorgen, er schließlich verprügelt und weggejagt wurde, will Kohlhaas Gerechtigkeit. Er fordert bei den zuständigen Gerichten Schadensersatz. Als seine Verhandlung verschleppt wird, korrupte Adlige sich verbünden und schließlich gegen ihn entschieden wird, nimmt Kohlhaas das Recht selbst in die Hand. Durch seine fanatische Raserei verliert er alles, seine Familie und jeglichen Besitz. Er, ein ehemals unauffälliger Mann, kündigt seinen Vertrag mit der Zivilisation auf und verschreibt sich der Barbarei: „Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe die Welt darüber zugrunde!"

Premiere: 02. Februar 2019 – Studio

Weitere Aufführungen: 07., 14., 21. und 22. Februar 2019, 01., 02., 03. und 08. März 2019

Schulvorstellungen und auswärtige Aufführungen siehe Spielplan.

Inszenierung: Anne Verena Freybott - Bühne & Kostüme: Julia Nussbaumer – Besetzung: Jan Arne Looss - Klaus Philipp - Sandro Šutalo

 

Premiere: Supergute Tage

oder die sonderbare Welt des Christopher Boone

von Simon Stephens nach dem Roman von Mark Haddon

Mit einer brillant gezeichneten Hauptfigur, Tiefe, Witz und Spannung werden die Zuschauer feinsinnig in die ungewöhnliche Welt des fünfzehnjährigen Autisten Christopher Boone geführt. "Supergute Tage" ist ein spannender, witzig-anrührender und intelligenter Abend über das Erwachsenwerden, über verloren geglaubte Hoffnungen zersplitterter Familien und eine sehr besondere Art die Welt zu sehen.

Alles beginnt mit einem Mord. Der Nachbarshund Wellington liegt mit einer Mistgabel im Bauch auf dem Rasen. Um sieben Minuten nach Zwölf findet ihn der fünfzehnjährige Christopher und wird schnell verdächtigt, die Tat begangen zu haben. Das ist der Beginn einer Kriminalgeschichte und Christopher ist ihr Erzähler und Detektiv. Er weiß beinahe alles über Mathematik aber nur sehr wenig über Menschen, denn der Umgang mit ihnen versetzt ihn schnell in Panik. Er liebt Primzahlen und die Wahrheit. Er liebt die Farbe Rot und er hasst Gelb und Braun. Noch viel mehr hasst er es, angefasst zu werden und geht nie weiter als bis ans Ende der Straße. Die Ermittlungen der Polizei scheinen schnell abgeschlossen zu sein und Christopher beschließt, den Täter selbst zu finden. Er bricht aus seiner bisher eng abgesteckten Welt aus und wagt sich weit über ihre Grenzen hinaus. Eine spannende Reise beginnt, die Christopher nicht nur zum Täter führt, sondern auch sein bisheriges Leben komplett auf den Kopf stellt.

Mit seinem Erstlingsroman „The Curious Incident oft the Dog in the Night-Time" schuf Mark Haddon 2003 ein internationales Kultbuch. Simon Stephens, der für die Bühnenadaption verantwortlich zeichnet, zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Dramatikern Europas.

Kooperation mit der Lebenshilfe Ostallgäu

Altersempfehlung: 12+

Premiere: 08. Februar 2019 – Großes Haus.

Weitere Aufführungen: 12. und 23. März 2019, 26. Mai 2019, 05. und 06. Juni 2019

Schulvorstellungen und auswärtige Aufführungen siehe Spielplan.

Inszenierung: Thomas Ladwig - Bühne und Kostüm: Swana Gutke – Besetzung: Anke Fonferek - Miriam Haltmeier - David Lau - Jens Schnarre - André Stuchlik

 

Extra: Kinderführung Hereinspaziert" im Landestheater Schwaben

Perücke, Kostüme, Schminke, Ritterburgen, Donner, Glitzerkonfetti... All das kann man im Theater benutzen, um eine spannende Geschichte zu erzählen. Normalerweise sieht man das alles von weit weg aus dem Zuschauerraum. Bei der Führung des Landestheaters Schwaben für Kinder ab 5 Jahren heißt es aber „Hereinspaziert!" in all die Räume, die sonst verschlossen bleiben. Gemeinsam wird das Theater erkundet, viele Abteilungen wie Schneiderei, Maske, Requisite besucht und deren unterschiedlichen Aufgaben kennen gelernt. Die Kinder können selbst erfahren, wie es sich anfühlt, auf einer Bühne zu stehen, eine Prinzessinnen-Perücke zu tragen oder in ein Froschkostüm zu schlüpfen, mit welchen Mitteln im Theater Geschichten und Figuren erzählt werden und so der große Theaterzauber entsteht.

Termin: 10. Februar 2019 – 11:00 Uhr

Die Führung ist nur für Kinder gedacht – in Einzelfällen kann nach vorheriger Absprache ein Elternteil mitgehen.

Kosten: 1,50 Euro / Person

Anmeldung und weitere Informationen bei der Theaterpädagogik: Claudia Hoyer, Telefon 08 33 1 - 94 59 14 oder claudia.hoyer@landestheater-schwaben.de 

Pressekontakt und weitere Information: Eva-Maria Trütschel, truetschel@landestheater-schwaben.de

Telefon 08 33 1 - 94 59 10

Kategorien: Kultur und Heimatpflege