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Neue Ideen für die Pflege gesucht: Erstmals Vernetzungstreffen schwäbischer Seniorenbeauftragter im Bezirk Schwaben

24.10.2019 Was bewegt die Seniorenbeauftragten in den kreisfreien Städten und Landkreisen im Bezirk Schwaben besonders? Es sind landauf, landab derzeit dieselben Fragen: Wie geht man mit der demographischen Entwicklung um? Wie kann man die Qualität der Pflege auch in der Zukunft sichern? Und wie gewinnt man Nachwuchskräfte für den Pflegeberuf?

Die Seniorenbeauftragten aus den kreisfreien Städten und Landkreisen beim Treffen mit Fachleuten aus der Sozialverwaltung des Bezirks. (Bild: Birgit Böllinger/Bezirk Schwaben)

Diese Themen dominierten nun auch den Austausch beim ersten Treffen der schwäbischen Seniorenbeauftragten: Die Initiative dazu ging von Bezirksrätin Christine Rietzler, die auch Beauftragte für Pflege und Senioren im Schwäbischen Bezirkstag ist, und der Sozialverwaltung des Bezirks aus. „Zwar ist der Bundesgesetzgeber in der Pflicht, den Rahmen für eine qualitätsvolle Pflege zu setzen“, betont Bezirkstagspräsident Martin Sailer, „aber wir auf der kommunalpolitischen Ebene müssen eigene Ideen und Initiativen entwickeln, sonst holt uns die Entwicklung vor Ort ein.“

Der Bezirk Schwaben könne dabei für die Region das geeignete Dach sein, um darunter die entsprechenden Projekte zu bündeln. Derzeit werden zur Stärkung der Zusammenarbeit in den sozialen Hilfen zwischen dem Bezirk als Träger der überörtlichen Sozialhilfe und den Landkreisen und kreisfreien Städten entsprechende Kooperationsvereinbarungen getroffen. Das Treffen der Seniorenbeauftragten solle diese Vernetzung verstärken und wird künftig regelmäßig wiederholt.

„Das Angebot in Schwaben ist mit 211 Pflegeheimen und 263 ambulanten Pflegediensten gut“, informierte Benjamin Gunkel, Sozialplaner beim Bezirk Schwaben, die Fachleute aus ganz Schwaben. Bedarf bestehe wie in allen Regionen Bayerns insbesondere im Bereich der Kurzzeitpflege. „Das eigentliche Problem jedoch ist, dass die Betreiber der Einrichtungen schon jetzt im Wettbewerb um das Personal stehen, etwas, was sich in Zukunft noch verstärken wird.“ Jungen Menschen erscheint der Pflegeberuf wenig attraktiv. „Gegen dieses Image müssen wir angehen“, so Gertrud Kreutmayr, Leiterin der Sozialverwaltung des Bezirks. So greife beispielsweise das Vorurteil, die Arbeit in der Pflege sei unterbezahlt, nicht: „In Schwaben orientieren sich die meisten Einrichtungsträger bei den Fachkräften am Tarif des öffentlichen Dienstes oder gehen sogar darüber hinaus“, so Kreutmayr. Was die Arbeit in der Pflege an Mehrwert in menschlicher als auch fachlicher Sicht bringen könne, das soll künftig eine Instagram-Kampagne des Bezirks an junge Leute kommunizieren. Eingeladen sind alle Fachebenen, sich an dieser Kampagne zu beteiligen. „Denn nur gemeinsam schaffen wir Aufmerksamkeit“, so Bezirkstagspräsident Martin Sailer.

Kategorien: Bezirk Schwaben, Soziale Hilfen