Bezirk Schwaben Bezirk Schwaben
Bezirk Schwaben
Hafnerberg 10
86152 Augsburg
Telefon: 0821 3101-0
Telefax: 0821 3101-200

Schnitterfest im Museum KulturLand Ries Maihingen

Den technischen Fortschritt führte der vom Traktor gezogene Bindemäher vor Augen.
Bindemäher (Bild: Bruno Langner)

31.07.2019 Mit Gaukel und Flegel – Getreideernte wie früher. Sensen, Dreschflegel, historische Gerätschaften und Oldtimer-Traktoren sind am Sonntag, 4. August beim 22. Schnitterfest im Einsatz. In Zusammenarbeit mit dem Gartenbauverein Maihingen-Utzwingen zeigt das Museum von 11 bis 17 Uhr, wie eine Getreideernte anno dazumal vor sich ging.

Maihingen (pm). Ein interessantes Programm unterhält Groß und Klein und vermittelt mit unterschiedlichen Vorführungen auf dem weitläufigen Areal des Museums KulturLand Ries, wie eine Getreideernte früher ablief. Bevor es ab 13 Uhr „aufs Feld“ geht, kann man bereits ab 10 Uhr zu ermäßigtem Eintritt die Ausstellungen besuchen oder das Gelände samt Klosterkirche erkunden. Im Museumshof laden unter den alten Obstbäumen aufgestellte Tische und Bänke ab 11 Uhr zur gemütlichen Einkehr. Angeboten wird hier eine Auswahl an herzhaften Brotzeiten, Getränken sowie Kaffee und hausgemachten Kuchen. Mittags gibt es Schweinebraten mit Spätzle und Schnitzel mit Kartoffelsalat.

Gaukel und Mandeln
Zweimal, um 13 Uhr und um 15 Uhr, startet die Getreideernte auf dem Museumsfeld, wie sie in der Zeit vor dem Mähdrescher vor sich ging. Bei der Handmahd schneidet man das Getreide mit der Sense, der „Gaukel“, bindet es zu Garben und stellt es zum Trocknen zu „Mandeln“ auf. Den technischen Fortschritt führt der vom Traktor gezogene Bindemäher vor Augen. Eine Moderation erklärt die Arbeitsvorgänge auf dem Feld und die verschiedenen Getreidearten. Am späten Nachmittag pflügt ein Lanz-Bulldog das Stoppelfeld.

Dreschen, Goißlschnalzen und Seegrasbänder
Auch beim Dreschen im Museumshof kann ein Vergleich zwischen der Handarbeit mit den Flegeln und dem Einsatz der Dreschmaschine gezogen werden. „Wer will, darf sich selbst an den Dreschflegeln versuchen, nachdem er sich das nötige Taktgefühl bei den Könnern abgeschaut hat“, animiert Museumsleiterin Dr. Ruth Kilian alle Besucher zum Mitmachen. Sie freut sich auch in diesem Jahr wieder auf die akustische Unterstützung durch die „Original Riasr Goißlschnalzr“ mit ihrem lautstarken Peitschenknallen und ihrem Gesang.

Oldtimerfreunde Nordries aus Belzheim präsentieren nicht nur ihre historischen Traktoren, sondern fertigen mit einer Strohbändermaschine Garbenbänder aus Seegras.

Kinder dürfen ihr Geschick mit speziell angefertigten kleinen Dreschflegeln testen und kleine Vogelscheuchen basteln. Das in Bergen anfallende Stroh liefert sowieso zahlreiche Spielmöglichkeiten.

100 Jahre alte Ölmühle in Betrieb
Von 13 bis 16 Uhr lädt das benachbarte Mühlenmuseum des Rieser Bauernmuseums- und Mühlenvereins zur Besichtigung ein. Hier wird eine über 100 Jahre alte Ölmühle in Betrieb genommen. Ihr Kollergang besteht aus tonnenschweren Mahlsteinen, die senkrecht um eine Mittelachse laufen und die ölhaltigen Früchte zerquetschen. Dabei erzeugt er eine beachtliche Geräuschkulisse. Einen Besuch wert sind zudem die originalen Mahlgänge der Klostermühle.

Dauerausstellungen
Das Museum hat im Brauhaus die familienfreundliche und fast barrierefrei zugängliche Dauerausstellung 300 Jahre Alltagskultur im Ries eingerichtet. Sie gliedert sich auf 1.100 qm in die Themenbereiche Kleidung, Warenwelt und Werbung, Gesundheitspflege, Möbel aus dem Ries, Hausarbeit und Vorratshaltung sowie Kindheit und Schule. Kurzum, sie zeigt, wie die Menschen in den letzten 300 Jahren im Ries gelebt und gearbeitet haben.
Im Ausstellungsgebäude Klosterökonomie wird die Rieser Landwirtschaft im Wandel mit vielen Exponaten und Bildmaterial veranschaulicht.

Sonderausstellung: Utopie Landwirtschaft 

Sie erzählt von großen und kleinen Utopien, vergangenen und aktuellen. Dass eine Maschine das schweißtreibende Mähen der endlosen Getreidefelder übernehmen könnte, war für Millionen Bauern im Jahr 1800 die reinste Utopie. Findige Tüftler haben zur gleichen Zeit schon mit derartigen Maschinen experimentiert. Heute sind Mähdrescher jedem Laien die selbstverständlichsten Dinge der Welt. Utopien sind wahr geworden! Andere erwiesen sich als Sackgasse. Den meisten unserer bäuerlichen Vorfahren würde die heutige Zeit als ein Schlaraffenland erscheinen. Doch auch die jetzige Landwirtschaft steht vor gewaltigen Herausforderungen angesichts massiver Umweltprobleme und einer bald auf 10 Milliarden anwachsenden Weltbevölkerung.

Am Schnitterfest sind die Ausstellungen und das weitläufige Museumsgelände sowie die Klosterkirche von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Ansprechpartner

www.museumkulturlandries.de

Telefon 09087/ 920717-0; 86747 Maihingen, Klosterhof

Gaukel (Foto: Bruno Langner)
Getreidegarben binden (Foto: Martin Beer)
Lanz-Bulldog (Foto: Bruno Langner)
Anfänge der maschinellen Getreide-Ernte (Foto: Martin Beer)

Kategorien: Museen, Natur und Umwelt

Bildquellenverzeichnis