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Bezirkstagspräsident Reichert verleiht „Sieben Schwaben-Medaille“ an Kreisheimatpfleger Prof. Dr. Walter Pötzl

Nach der Verleihung: (v. l.) Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, der „Sieben-Schwaben-Jubilar“ Prof. Dr. Walter Pötzl neben seinem Laudator Prof. Dr. Wolfgang Wüst und Gastgeber Landrat Martin Sailer.
Sieben-Schwaben-Medaille an Prof. Dr. Walter Pötzl (Bild: Andreas Lode)

13.07.2017 Die Auszeichnung des Bezirks Schwaben verlieh Jürgen Reichert im Rahmen des Landkreisfestes in Dinkelscherben (Landkreis Augsburg) an den Neusäßer Historiker und ehemaligen Kreisrat. Er unterstrich Pötzls besonderes, 30jähriges Engagement als Kreisheimatpfleger an der Spitze der Kultur- und Heimatpflege des Landkreises Augsburg - und weit ins Schwäbische und Bayerische hinein. Reichert würdigte vor zahlreich erschienenen schwäbischen Politikern Pötzls 36jähriges Wirken als Kreisrat der ersten Stunde (seit 1972). Laudator Prof. Dr. Wolfgang Wüst spickte seine Ansprache mit humorvollen Bezügen zur „Sieben-Schwaben-Sage“ und charakterisierte Pötzl „eher schon als den ´tapferen Has´ aus der Geschichte, der gezielt am historischen, volkskundlichen und kulturellen Fortschritt für den Landkreis Augsburg arbeitete“.

Augsburg (pm). „Professor Walter Pötzl versteht es, Groß und Klein für historische Themen zu begeistern und vermittelt bis heute Heimatgeschichte anschaulich und spannend, kurzum, er bringt sie wie kein Zweiter zum Sprechen“, betonte Bezirkstagspräsident Reichert zur Verleihung. Wolfgang Wüst, der frühere Direktor des Augsburger Stadtarchivs, rief den Zuhörern auch Pötzls legendär hohes Arbeitstempo in Erinnerung: „Walter Pötzl bestellte am Tag „cito, cito“ (schnell, schnell) das Zehnfache gegenüber anderen Archivbenützern. Aber man freute sich stets an den durchwegs sehr gut bebilderten Abhandlungen aus seiner Feder. Wüst, seit vielen Jahren Lehrstuhlinhaber für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, verwies auf die sorgfältige Recherche seines Kollegen, die allen Aufsätzen und Büchern zu Grunde liegt, vor allem die über zwanzigbändige Reihe zu historischen Themen des Augsburger Landes: „Monate tauchte er in Archive ab, stöberte in alten Akten, Briefen, Stichen und amtlichen Einträgen. Hunderte von Familienwappen hat er zum Sprechen gebracht, ist Mördern, Räubern und Hexen nachgestiegen, hat Sagen, Legenden und Ortsneckereien aufgespürt. Und selbst das Thema historischer Brandbekämpfung und der Genese der Feuerwehren ging er (2010) an: „Feurio! Es brennt ….“

Vor allem „verstand es der Sieben-Schwaben-Jubilar“, so Wolfgang Wüst, „stets auch die richtigen Leute anzusprechen und in die Projekte zu integrieren, um in überschaubarer Zeit beste Ergebnisse zu erzielen. Von erstaunlicher Breite ist demnach sein wissenschaftliches Interesse: Kirchen- und Klostergeschichte, Volkskunde, Rechts-, Wirtschafts-, Sozial- und Bildungsgeschichte, und nicht zuletzt Kultur und Kunst in einem weiteren Verständnis“.

Nicht unerwähnt bleiben sollte laut Wüst, dass Walter Pötzl „ja richtiger Schwabe von Geburt eigentlich auch nicht war mit seinen egerländischen Wurzeln, weshalb sein Schwaben-Engagement umso erstaunlicher und gewichtiger ist!“

  

Walter Pötzl

geboren 1939 im Egerland; 1984-2015 Kreisheimatpfleger des Landkreises Augsburg, 1983-2004 Extraordinarius für Volkskunde an der Katholischen Universität Eichstädt-Ingolstadt. 1967 Promotion an der LMU über die frühe Geschichte des Klosters Irsee. 1972-2008 Abgeordneter des Augsburger Kreistags. Seit 1988 Mitglied der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft. Pötzl ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen. Für seine Verdienste wurde er unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden geehrt.

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