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Utopie Landwirtschaft Ende der Ausstellung am 27.102019

bis

Veranstaltungsort: Museum KulturLand Ries, Maihingen
Klosterhof 3 und 8
86747 Maihingen

Dass eine Maschine das schweißtreibende Mähen der endlosen Getreidefelder übernehmen könnte, war für Millionen Bauern im Jahr 1800 die reinste Utopie. Findige Tüftler haben zur gleichen Zeit schon mit derartigen Maschinen experimentiert. Dass man jemals einer Maschine die sensible Arbeit des Melkens anvertrauen dürfte, kam noch nicht einmal den kühnsten Visionären in den Sinn. Heute sind Mähdrescher und Melkmaschine jedem Laien die selbstverständlichsten Dinge der Welt. Utopien sind wahr geworden. Den meisten unserer bäuerlichen Vorfahren würde die heutige Zeit als ein Schlaraffenland erscheinen. Doch auch die jetzige Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen angesichts massiver Umweltprobleme und einer bald auf 10 Milliarden wachsenden Weltbevölkerung. Von großen und kleinen Utopien, vergangenen und aktuellen, erzählt die Ausstellung, ein Gemeinschaftsprojekt von sechs bayerischen Agrar- und Freilandmuseen.

Wer die Sonderausstellung „Utopie Landwirtschaft“ im Museum KulturLand Ries in Maihingen noch nicht gesehen hat, hat nur noch bis zum kommenden Sonntag die Gelegenheit dazu. Am 27. Oktober endet die Ausstellung, die verwirklichte und gescheiterte Ideen und Visionen in der Landwirtschaft der letzten 200 Jahre behandelt. Um 14 Uhr findet noch einmal eine öffentliche Führung durch die Ausstellung statt.
Die Ausstellung erzählt von Träumen vom „paradiesischen“ Leben im Schlaraffenland bis zu Nahrung aus Algen und Insekten angesichts der zukünftiger Probleme, die Weltbevölkerung zu ernähren. Zur Landgewinnung wurden nicht nur Moore trockengelegt, sondern es gab auch Pläne, das Mittelmeer abzusenken. Während sich die Zucht von Seidenraupen oder Angorakaninchen in Deutschlang nicht durchsetzen konnte, floriert der Anbau der ursprünglich ebenso exotischen Pflanzen Mais und Zuckerrüben.
Von den Verheißungen des digitalen „Bauernhofes 4.0“ mit seinen Hightech-Maschinen ist die Rede bis hin zur Idee einer völlig land- und tierlosen Nahrungserzeugung. Die Idee der 1950er Jahre, Atomenergie für die Hühnerzucht einzusetzen, hat man längst fallengelassen.
Neben Bildern, Schautafeln, Modellen und alten Gerätschaften bieten zeitgenössische Filme spannende Einblicke in die Denkweise früherer Jahrzehnte. Zur Ausstellung gehört ein umfangreicher Begleitband.

Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Trotz der Umleitungen in der Region ist es von Nördlingen aus ganz normal über Marktoffingen oder Birkhausen oder Dürrenzimmern zu erreichen. Von Dinkelsbühl und Donauwörth her sind kleine Umleitungen zu bedenken.