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Bezirk Schwaben
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Geschichte

Geschichte der Region Bayerisch-Schwaben

Kelten und Römer

Die Landschaft zwischen Lech und Iller ist ein uraltes Siedlungsgebiet: In großer Anzahl findet man hier immer noch Nachweise keltischer Viereckschanzen. Aber erst mit den Römern entstanden wohl die ersten Städte. Kempten und Augsburg waren schon vor 2000 Jahren Hauptorte der römischen Provinz Rätien, die „Via Claudia“ ein wichtiges Rückgrat für die römischen Eroberer.

Herzogtum Schwaben

Nach dem Niedergang des römischen Weltreichs entwickelte sich ein alemannisch-schwäbisches Stammesherzogtum, das jedoch von Anfang an in mehrere Herrschaftsräume zerfiel. Es umfasste auch Teile, die heute Baden-Württemberg, Oberbayern, dem Elsass, Österreich und der Schweiz zugeordnet sind.

Die Schwaben in Bayern

„Wir sind also bayrisch – Gott Gnade uns allen!“ Dieser Stoßseufzer von Pfarrer Magnus Scharpf aus Thalhofen im Allgäu stand 1802 zu Beginn einer neuen Epoche. Nicht jeder hieß offensichtlich die Entwicklung des modernen Staates willkommen. Im noch jungen Königreich Bayern wurden die Grundlagen für die heutige Region Bayerisch-Schwaben gelegt.

Geschichte des Bezirks Schwaben

Der Oberdonaukreis in Bayern

Das Königreich Bayern war Anfang des 19. Jahrhunderts in staatliche Kreise eingeteilt, deren Namen sich nach Flüssen richteten (vgl. Karte links). Die gemeindliche Selbstverwaltung wurde im Jahr 1818 in die bayerische Verfassung aufgenommen. 1828 wurden die Kreisgemeinden, die Vorgänger der heutigen Bezirke, gegründet.

Der Oberdonaukreis war bis 1837 Vorläufer des späteren Regierungsbezirks Schwaben und Neuburg. Der Landrath des Oberdonaukreises war der erste Vorgänger des Bezirks Schwaben, allerdings mit wenig selbstständigen Kompetenzen.

Mit der „Kreisirrenanstalt“ in Irsee wurde 1849 die erste Einrichtung für psychisch kranke Menschen in Schwaben geschaffen – bis heute eine der wichtigsten Aufgaben des Bezirks Schwaben.

Schwaben im Nationalsozialismus

Der Nationalsozialismus brachte nicht nur eine Zäsur in der Selbstverwaltung, sondern auch ein besonders schreckliches Kapitel für Schwaben mit sich: In den „Pflege und Heilanstalten“ Kaufbeuren und Irsee wurden vermutlich über 2000 Patienten Opfer der „Euthanasie“, der geplanten Tötung von Menschen mit einer Behinderung.

Demokratischer Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg

Mit der Bezirksordnung 1953 wurde die Selbstverwaltung wieder gestärkt. Am 27. Juli 1953 wurde die Bezirksordnung für den Freistaat Bayern bekannt gegeben. Am 28. November 1954 fanden die ersten freien Wahlen zu den Bezirkstagen in Bayern statt. Am 17. Dezember 1954 war die erste konstituierende Sitzung eines von den Bürgern gewählten Bezirkstages.

Tabellarischer Überblick

1806 Das Königreich Bayern wird in 15 Kreise eingeteilt. Hauptstadt des Oberdonaukreises ist Ulm
1837 Gebietsreform unter Ludwig I. Aus dem Oberdonaukreis wird der Kreis „Schwaben und Neuburg“
1849 Eröffnung der „Kreis-Irrenanstalt“ Irsee
1876 Eröffnung der Kreis-Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren
1910 Einführung des schwäbischen „Kreiswanderlehrers“, dem heutigen Fischereifachberater des Bezirks
1915 Eröffnung der Heil- und Pflegeanstalt Günzburg
1929 Ernennung des ersten schwäbischen Heimatpflegers, Dr. Barthel Eberl
1933 Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten folgt die Gleichschaltung der kommunalen Ebenen in Bayern, die Kreise verlieren Kompetenzen und Bedeutung
1945 Im Rahmen der „Aktion T4“ wurden mehr als 2000 Patienten aus Irsee und Kaufbeuren Opfer der Euthanasie
1953 Stärkung der Selbstverwaltung durch die Bezirksordnung im Freistaat Bayern
1954 Erste freie Wahlen zu einem schwäbischen Bezirkstag und die erste konstituierende Sitzung des Bezirkstags von Schwaben. Die Verwaltung des Bezirks ist eine Abteilung der Regierung von Schwaben
1956 Bau eines eigenen Verwaltungsgebäudes am Hafnerberg 14 in Augsburg
1977 Kooperationsvertrag zwischen dem Bezirk Schwaben und dem Land Baden-Württemberg, das Bezirkskrankenhaus Günzburg wird Akademisches Krankenhaus für die Universität Ulm
1978 Bezirksreform: Die Bezirke werden zu einer selbstständigen dritten kommunalen Ebene, die Verwaltungen aus den Regierungen herausgelöst. Der Bezirk Schwaben nimmt ein offizielles Wappen an
1979 Der Bezirk Schwaben kauft vom Landratsamt Augsburg das Verwaltungsgebäude am Hafnerberg 10, seither Sitz der Bezirkshauptverwaltung
1981 Das Schwäbische Tagungsund Bildungszentrum Kloster Irsee nimmt seinen Betrieb auf
1982 Zweckverband für das älteste bayerische Bauernhofmuseum in Illerbeuren
1983 Eröffnung der Berufsfachschule für Musik, Krumbach
1984 Eröffnung der ersten Teilausstellung im Schwäbischen Volkskundemuseum Oberschönenfeld
1985 Der Bezirk Schwaben übernimmt das ein Jahr zuvor gegründete Rieser Bauernmuseum Maihingen
1986 Eröffnung des Bezirkskrankenhauses Kempten
Als erster Bezirk richtet Schwaben eine Jugendbildungs- und Begegnungsstätte (Babenhausen) ein
1987 Regionalpartnerschaft zum Departement Mayenne
1988 Sanierungszweckverband mit der Stadt Augsburg für das Kurhaustheater in Göggingen
1989 Erster Bauabschnitt für das Bezirkskrankenhaus Augsburg geht in Betrieb
1990 Eröffnung der Volksmusikberatungsstelle in Krumbach
1994 Das historische Chorgestühl Buxheim wird vom Bezirk Schwaben gerettet und restauriert Eröffnung einer psychiatrischen Abteilung am Klinikum Memmingen
1996 Die ersten Mieter ziehen in die Modellwohnanlage Bezirk-Schwaben-Stiftung in Günzburg ein
1997 Regionalpartnerschaft mit der Bukowina, dazu Vereinbarung mit den rumänischen und ukrainischen Gebietskörperschaften
1999 Eröffnung einer psychiatrischen Tagesklinik in Lindau Eröffnung der Trachtenberatungsstelle in Krumbach
2000 Wiedereröffnung der Klosteranlage Thierhaupten mit wesentlicher Beteiligung des Bezirks
2001 Eröffnung einer psychiatrischen Abteilung an der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth
2002 Einweihung des Förderzentrums Hören in Augsburg
Eröffnung der Ausstellungsräume des Bezirks Schwaben in Schloss Höchstädt
2003 Eröffnung des Schwäbischen Fischereihofs in Salgen
2004 Gründung des Zweckverbandes für das Krankenhaus St. Camillus in Ursberg
2005 Bezirk Schwaben vergibt erstmals einen Preis für außerordentliches Engagement im Sozialbereich, die Preisträger sind die Bürgerhelfer und Ehrenamtlichen in den schwäbischen Tagesstätten für psychische Gesundheit
2006 Bezirkskrankenhaus Augsburg wird Akademisches Lehrkrankenhaus der LMU München
Gründung einer Stiftung des Bezirks Schwaben für Kultur und Bildung
2008 Gründung des Kommunalunternehmens Bezirkskliniken Schwaben
Ein jährlicher „Schwabentag“ wird vom Bezirkstag beschlossen und erstmals auf der Landesgartenschau in Neu-Ulm durchgeführt
2009 Die Sozialverwaltung des Bezirks startet Bürgersprechstunden in allen schwäbischen Landkreisen und kreisfreien Städten
Einweihung der Brain Suite an der Neurochirurgischen Klinik am Bezirkskrankenhaus Günzburg, einer der wenigen OP-Säle dieser Art weltweit
2010 Verabschiedung eines Leitbilds zur Inklusion durch den Bezirk Schwaben
Eröffnung des Staatlichen Textil- und Industriemuseums Augsburg mit erheblicher Beteiligung durch den Bezirk Schwaben
Start der Wasserschule am Schwäbischen Fischereihof in Salgen
Start der Medienfachberatung durch den Bezirk Schwaben und den Bezirksjugendring Schwaben
2011 Bezirkskrankenhaus Kempten wird Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm
Energetische Sanierungen mehrerer Bezirksgebäude im Rahmen des Konjunkturpaketes II; das Augsburger Verwaltungsgebäude wird aufgestockt.
2012 Berufsfachschule für Musik in Krumbach wird als gemeinnützige GmbH in neuer Trägerform weitergeführt und zukunftsfit gemacht
Neues Musikfestival „Tonspuren“in Kloster Irsee
2013 Eröffnung Besucherzentrum im Schwäbischen Volkskundemuseum Oberschönenfeld
Erstmals ein Tag der offenen Tür in der Bezirksverwaltung in Augsburg
2014 Eröffnung der Dauerausstellung im Brauhaus im Rieser Bauernmuseum Maihingen
Eröffnung des neuen Klinikgebäudes für forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Bezirkskrankenhaus Günzburg