Stadt, Land, Fluss: Bezirk Schwaben prämiert gelungenen Denkmalschutz

20. Oktober 2021 : Mit seinem Denkmalpreis würdigt der Bezirk heuer den Einsatz für die denkmalpflegerische Sanierung eines Stadthauses, eines Stadels, eines Bahnhofs und einer Brücke in den Landkreisen Donau-Ries und Unterallgäu.

Häuserformen, Stilrichtungen und Varianten der Ortsgestaltung geben Schwaben eine kulturelle Identität, die es von den Nachbarinnen und Nachbarn innerhalb Bayerns und in Baden Württemberg unterscheidet. Damit dies so bleibt, setzt sich der Bezirk Schwaben für den Denkmalschutz ein – unter anderem durch Vergabe eines Denkmalpreises. Ausgezeichnet werden Sanierungen, die sich durch die fachliche Qualität der Maßnahme, das finanzielle Engagement des Eigentümers, die Kreativität bei der Durchführung und die Bedeutung des Denkmals hervorheben. Für den Denkmalpreis werden jährlich 30.000 Euro ausgeschüttet.

Anders als bisher gab es heuer keine Abstufung der Preise und der Preisgelder: Bei der feierlichen Preisverleihung im Schloss Höchstädt gingen drei gleichwertige Preise mit jeweils 10.000 Euro Preisgeld an Herrn Xaver Fackler für Sanierung des Zehentstadels Engishausen (Landkreis Unterallgäu), die Familie Viehweg für ein historisches Stadthaus in Nördlingen sowie Rita Failer für den Bahnhof in Tapfheim (beide Landkreis Donau-Ries). Mit einem zusätzlichen, undotierten Preis würdigt der Bezirk Schwaben den Einsatz des Landkreises Unterallgäu für die Stampfbetonbrücke bei Illerbeuren.

„Allen Preisträgerinnen und Preisträgern ist etwas gelungen, das sehr wichtig ist: historische Bausubstanz zu erhalten und Denkmäler mit neuem Leben zu füllen“, sagt Bezirkstagspräsident Martin Sailer. „Sie sind damit ein Vorbild für den Umgang mit unserem kulturellen Erbe.“

Weitere Informationen und Videos zu den Objekten und ihrer Sanierung gibt es in den Social-Media-Kanälen des Bezirks sowie unter www.bezirk-schwaben.de/denkmalpreis .


Die ausgezeichneten Denkmäler des Denkmalpreises 2020/2021

Preisträger Zehentstadel Engishausen (10.000 Euro Preisgeld)
Der Zehentstadel Engishausen ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass sich der Einsatz für den Denkmalschutz auch bei einem augenscheinlich unrettbaren Objekt am Ende auszahlen kann. Die Sanierung vereint Alt und Neu in besonderer Weise: An den soweit möglich erhaltenen Bestand schließt sich nun ein moderner Anbau an, der dezent hinter das denkmalgeschützte Objekt zurücktritt und so den Eindruck des Gebäudes nicht stört. Das Engagement von Herrn Xaver Fackler kann vielen Privatleuten, die vor ähnlichen Überlegungen stehen, Mut machen, sich für eine Sanierung zu entscheiden.

Preisträger Stadthaus Nördlingen (10.000 Euro Preisgeld)
Nach reiflicher Überlegung entschied sich Familie Viehweg für die Restaurierung und Erhaltung des Stadthauses in Nördlingen, das sich seit längerem im Besitz der Familie befand. Das im Jahr 1596 errichtete ehemalige Handwerksgebäude steht stellvertretend für die Handwerkshäuser der Freien Reichsstadt Nördlingen in der Frühen Neuzeit. Die Umwandlung des ehemaligen Handwerkerhauses in ein modernes Einfamilienhaus, dessen Ausstattung den Bedürfnissen der Gegenwart angepasst ist, zeugt von hoher Kreativität seitens der Familie, des Architekten und der Denkmalschutzbehörde. Etwa wurden moderne Elemente wie eine Fußbodenheizung nahezu unsichtbar in das Alte integriert. So ist der moderne Wohncharakter in diesem vierhundertjährigen Haus ist kein Widerspruch, sondern eine gelungene Kombination aus alten und modernen Elementen.

Alter Bahnhof Tapfheim (10.000 Euro Preisgeld)
Der historische Bahnhof in Tapfheim wurde im Zuge des massiven Ausbaus der bayerischen Infrastruktur in den 1870er Jahren errichtet und zeugt vom Stolz der königlichen Regierung auf dieses Vorzeigeprojekt und die dadurch entstehende Mobilität. Dank Frau Rita Failer kann man heute wieder erfahren, was Bahnreisende vor etwa 150 Jahren zu Gesicht bekamen. Sie hat mit viel Herzblut und Engagement einen neuen kulturellen und gesellschaftlichen Zentralort im Dorf geschaffen und ihm neues Leben eingehaucht.

Sonderpreis: Stampfbetonbrücke Illerbeuren (undotiert)
Die Sanierung der Stampfbetonbrücke Illerbeuren – der größten Stampfbetonbrücke in ganz Europa – zeigt, dass von Kommunen und Landkreisen wichtige Impulse zur Erhaltung von Denkmälern ausgehen können und sie somit auch im übertragenen Sinne Brücken schlagen können. Der Landkreis Unterallgäu hat mit seinen Kooperationspartnern das Potential einer denkmalgerechten Sanierung der ehemaligen Eisenbahnbrücke erkannt und ihr durch die Einbindung in das örtliche Radwegenetz eine neue Verwendung und Bedeutung verliehen.

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