Fünf Jahre Krisendienst Schwaben: Zuhören, wenn es drauf ankommt

08. April 2026: Der Krisendienst Schwaben bietet bereits seit fünf Jahren Soforthilfe für Menschen in belastenden Situationen. Seit seiner Gründung im Januar 2021 gingen 41.323 Anrufe auf der kostenlosen Hotline 0800 / 655 30 00 ein.
Soforthilfe in belastenden Situationen: Der Krisendienst ist rund um die Uhr für Sie da. - Foto: Tobias Atzkern

„Seit seiner Gründung vor fünf Jahren ist der Krisendienst Schwaben ein Grundpfeiler der Versorgungslandschaft unserer Region“, sagt Bezirkstagspräsident Martin Sailer. „Je früher Menschen in Krisensituationen oder ihre Angehörigen unser Angebot nutzen, desto besser kann ihnen geholfen werden.“ Was in Schwaben im Januar 2021 mit einer Leitstelle und einer Erreichbarkeit zwischen Montag und Freitag 8 bis 16 Uhr begann, ist heute eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung mit einem Dolmetscherdienst in 120 Sprachen. Am Ende der Leitung: Fachkräfte aus Pädagogik, Psychologie und Psychiatrie.

41.323-mal nahmen Menschen hilfesuchend das Angebot in den letzten fünf Jahren in Schwaben an. Die Anrufendenzahlen sind über die letzten 5 Jahre stetig gestiegen und zeigen, wie groß der Bedarf an unkomplizierter und schneller Unterstützung ist. Ängste, Aussichtslosigkeit, Sorgen um Angehörige ‒ die Themen, mit denen sich die Betroffenen an den Krisendienst wenden sind vielfältig.

Mobile Teams im Einsatz

Reicht das Telefongespräch nicht aus, kann der Krisendienst seit Juli 2021 mobile Teams an den Ort der Krise schicken. Diese erreichen die hilfesuchende Person etwa innerhalb einer Stunde in ganz Schwaben. 107.000 Kilometer – also ungefähr 37-mal die Strecke von London nach Istanbul – haben die mobilen Teams des Krisendienstes Schwaben in den letzten 5 Jahren auf ihrem Weg zu Krisensituationen allein am Abend, am Wochenende und feiertags zurückgelegt. Je nach Bedarf leiten die mobilen Teams die Betroffenen an ambulante oder stationäre Hilfen weiter. Auch Fachstellen können sich an den Krisendienst wenden. „Für mich hat sich der Krisendienst von einem Angebot zu einem Privileg gesteigert – es ist toll, dass es den Krisendienst für uns gibt“, sagt ein Betroffener.

Soforthilfe rund um die Uhr in 120 Sprachen

Der Krisendienst Schwaben ist Teil eines bayernweiten Hilfesystems, der Krisendienste Bayern. Die Krisendienste Bayern arbeiten eng mit den Netzwerkpartnern zur Krisenversorgung zusammen, beispielsweise andere Beratungsstellen, Klinken, Ämter, Behörden und auch der Polizei, um Hilfe schnell und passgenau für die Betroffenen zu vermitteln. Auch ein Service für Gehörlose steht Betroffenen seit Anfang 2026 zur Verfügung.

„Sich Hilfe zu holen, ist der erste Schritt und doch der Wichtigste. Um die Hemmschwelle so niedrig wie möglich zu halten, braucht es beim Krisendienst Schwaben keine Krankenkassenkarte und keine Namensnennung. Es reicht der Griff zum Telefon, wenn gewünscht auch anonym“, sagt Dr. Lena Grüber, die ärztliche Leiterin der Leitstelle in Schwaben.

Der Freistaat Bayern finanziert alle Leitstellen, wie auch die Leitstelle des Krisendienstes Schwaben. Die bayerischen Bezirke tragen die Kosten für die mobilen Teams. Die Leitstelle in Augsburg betreiben die Bezirkskliniken Schwaben, die mobilen Teams vor Ort stellen die Fachdienste der Träger der freien Wohlfahrtspflege in Schwaben, die Caritas und die Diakonie.