„In Schwaben verwurzelt“: Ausstellung zur Geschichte des Obst- und Gartenbaus eröffnet

08. Mai 2026: Zu seinem 150-jährigen Bestehen widmet die Heimatpflege dem Schwäbischen Bezirksverband für Gartenbau und Landespflege die Wanderausstellung „In Schwaben verwurzelt“. Die Ausstellung kann im Illertissener Museum für Gartenkultur bis 31. August besucht werden. Der Eintritt ist frei.
Der Gemüsegarten war auf dem Land eine wichtige Versorgungsquelle. Emma Kreidenweis mit den Eltern im Beet neben dem Wohnhaus bei Dinkelscherben, zwischen 1946 und 1947. - Foto: Adalbert Kreidenweis, Privatsammlung Silke Plösch

Von Bienen und Bäumen über Nutzen und Zierde bis hin zur Geschlechterfrage im Garten – mit „In Schwaben verwurzelt“ zeigt die Heimatpflege des Bezirks Schwaben im Museum für Gartenkultur ein Stück regionaler Geschichte. Die Wanderausstellung blickt auf die Anfänge in Mittelalter und Neuzeit, um sodann das Aufkommen der Vereinskultur im 19. Jahrhundert und die Zeit vor und nach den Weltkriegen zu beleuchten. Dabei spielt auch der Schwäbische Bezirksverband für Gartenbau und Landespflege eine Rolle. Dieser wird heuer 150 Jahre alt. Ausstellungsmacherin Silke Plösch betont: „Der Bezirksverband hat seit seiner Gründung großen Einfluss auf unsere Gartenkultur. Auf die starke Verbindung der Menschen zum Verband und zum eigenen Garten bezieht sich unser Ausstellungstitel ‚In Schwaben verwurzelt‘“.

Von Schönheit und Nutzen: Funktionen von Gärten in der Geschichte 

Auf insgesamt 18 Ausstellungstafeln erfahren Interessierte, welche unterschiedlichen Funktionen Gärten in ihrer Geschichte hatten: Im Barock dienten sie etwa als Symbole herrschaftlicher Macht. Zur Zeit der Weltkriege wie im Kohlrübenwinter 1916/17 versorgten sie die hungernde Bevölkerung mit Nahrung. Ab den 1950er-Jahren sollten Gärten wiederum das Ortsbild verschönern und verloren in der Folge immer mehr ihre Bedeutung als Nahrungslieferanten.

Die Rollen von Frau und Mann

Auch die Rollen von Frau und Mann zwischen Beet und Hecke haben sich über die Zeit gewandelt. In Arbeiterfamilien bestellten Frauen lange Zeit den eigenen Nutzgarten, während in adeligen Familien Gartenarbeit vor allem Männersache war. Ab den 1920er-Jahren gab es bayernweit Bemühungen, Buben für den Obstbau zu begeistern. Mädchen sollten sich hingegen um Blumenbeete und die Verarbeitung der Ernte kümmern. In Schwaben sollten sich die festen Rollenbilder im Gartenbau erst ab den 1980er-Jahren nach und nach aufweichen.

Wanderausstellung im Überblick

Die Wanderausstellung „In Schwaben verwurzelt“ ist bis einschließlich 31. August 2026 kostenlos für Besucherinnen und Besucher zugänglich.

Ort

Museum der Gartenkultur

Jungviehweide 1, 89257 Illertissen

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag: 10 bis 17 Uhr

Sonntag: 11 bis 17 Uhr (feiertags geschlossen)

Hinweis: Ab September 2026 kann die Ausstellung unter heimatpflege@bezirk-schwaben.de kostenlos zur Ausleihe angefragt werden.