Architekturpreis 2026

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Palliativdienst Mittelschwaben in Weißenhorn

Der Bezirk Schwaben verleiht dem Palliativdienst Mittelschwaben gGmbH für seinen Neubau, errichtet durch das Architekturbüro Braunger Wörtz Architekten GmbH, den Architekturpreis des Bezirks Schwabens 2026 mit einer Dotierung in Höhe von 10.000,- €.

Der Palliativdienst Mittelschwaben betreut überregional ambulant schwer kranke und sterbende Menschen mit ihren Angehörigen auf ihrem letzten Weg - eine erfüllende, herausfordernde und wertvolle Arbeit! Dies sollte sich in der Architektur des neuen Zentrums widerspiegeln.

Mit dem Neubau ist ein Ort entstanden, der allen Betreuenden, Betreuten und Angehörigen, die das Gebäude besuchen, Halt, Kraft und Ruhe schenkt. Ein Ort des Wesentlichen, des Reizarmen und Einfachen, der Herzenswärme.

Gelassen fügt sich der neue, auf einer Wiese mit altem Baumbestand gelegene Baukörper in den Naturraum ein. Es scheint, als wäre der Neubau schon immer da und ein Teil des Baumensembles gewesen. Die Jury sah den Städtebau und den rücksichtsvollen Umgang mit der Natur als besonders gelungen an.

Durch seine klaren Nutzungsstrukturen und die ausgewogene Materialwahl entsteht ein gelungener, ansprechender Gesamtraum. Jede Aufgabe und jeder Ort wurde mit Rücksicht und Bedacht angegangen.

Kinderhaus in Dürrlauingen

„Das ist das Haus des Nikolaus“ - so bringt der Architekt Martin Endhardt die Entwurfsidee der Gebäudeform auf den Punkt. Hierbei verbirgt sich aber mehr als nur ein Malspiel aus der Kindheit. Die Jury war von Anfang an von der klaren und eindrücklichen Formensprache sowie von der einfachen, aber kindgerechten Bauweise beeindruckt.

Das neue Kinderhaus fügt sich mit seiner Architektur und den Materialien in die umgebende Bebauung im Dorfkern ein. Städtebaulich schließen die Gruppenhäuschen mit dem eingeschossigen und barrierefreien Längsbau im Norden das Dorfzentrum.

Die klare innere Struktur mit Verbindungsflur und gruppeneigenen Häusern spiegelt sich in der Freifläche wider. Ein im Norden angeordneter Flur verbindet alle Gruppenhäuser, die in der Formensprache ein einfaches Haus nachbilden. Nach Südwesten zum Ortskern entstehen großzügige Außenanlagen für den Kindergarten, die mit Schattenbäumen bepflanzt an die Bauerngärten aus der Nachbarschaft anschließen.

Das innovative Heiz- und Kühlsystem mit Erdkörben und Sole sowie einer Wärmepumpe mit PV-Anlage trägt seinen Teil zur Nachhaltigkeit des in Passivhausbauweise erbauten Kinderhauses bei.

Besonders überzeugt hat die Jury, dass der Architekt hier alle Fachplanerleistungen selbst erbracht hat. Freianlagen, Haustechnik und Elektro - alles aus einer Hand.

Für den Kindergartenneubau aufgrund des Entwurfs, des Nachhaltigkeitskonzeptes und der herausragenden Planungsleistung des Architekten, erhält die Gemeinde Dürrlauingen einen undotierten Architekturpreis.

Grundschule in Senden

Die neue, vom Planungsbüro JAKOB architekt ingenieur PartGmbB geplante dreizügige Grundschule beeindruckt sowohl architektonisch als auch ökologisch.

Hier wurde Schule komplett anders gedacht als in klassischen Schulgebäuden. Der Entwurf der Grundschule basiert auf einer klaren funktionalen Gliederung. Aula, Lehrgebäude und Turnhalle bilden eigenständige, aber miteinander verbundene Baukörper. Die Organisation orientiert sich am pädagogischen Konzept, indem Klassenzimmer als Einheiten um zentrale Gemeinschaftsbereiche (Lehrerstützpunkt, Marktplatz) gruppiert sind. Kinder werden in sogenannten „Lernwohnungen“ unterrichtet. Die Architekten setzten diese Grundidee durch die Farbgestaltung mit den Grundfarben und mit der klaren Formensprache der Grundformen wie Quadrat, Kreis und Dreieck um. Diese Gestaltungselemente finden sich an den Wänden und vor allem in der Möblierung des Marktplatzes wieder. Die ansprechende architektonische Umsetzung des neuen Schulkonzeptes und die dadurch entstehende leichte Orientierung für die Schulkinder hat die Jury besonders beindruckt.

Die Außenfassade fällt durch ihre besondere Architektur direkt ins Auge. Besonders beeindruckt war die Jury auch von der gelungenen Umsetzung der Aula mit ihren verschieden nutzbaren Bereichen wie freie Spielflächen, lichtdurchfluteter Mensa und „chilling Area“.

Auch Beschattung wurde hier in Zeiten des Klimawandels neu gedacht. An einem vor der Fassade gespannten Drahtgeflecht ranken sich Pflanzen empor und bilden im Sommer einen einfachen, aber optisch weithin sichtbaren Sonnenschutz.

Der Bezirk Schwaben verleiht der Stadt Senden für dieses Projekt den Architekturpreis des Bezirks Schwabens 2026 (Anerkennung).