Christian Odato


Christian Odato (*1972 in Burghausen) studierte von 1994–2000 an der Akademie der Bildenden Künste München und erhielt 1999 ein DAAD-Stipendium für die Academia di Belle Arti in Mailand. Seit dem 1. Staatsexamen (2000/2002) arbeitet er als Kunsterzieher und ist seit 2007 auch künstlerisch freischaffend tätig. Seitdem ist er Mitglied im BBK Schwaben Nord, seit 2015 in der Künstlervereinigung „Die Ecke“ Augsburg. Seine Auszeichnungen umfassen den Ewald-Kapfer-Preis (2014), den Sonderpreis der Sparkasse Schwaben-Bodensee (2023) und den Kunstpreis der Stadt Gersthofen (2024). Odato zeigt seine Werke regelmäßig in regionalen und überregionalen Einzel- und Gruppenausstellungen.

Muster der Masse

Christian Odatos Malereien zeigen Phänomene unserer Zeit. Im Zentrum stehen Menschen beim Kulturgenuss – ob beim „Warten auf Harry Styles“ oder vor der „Venus von Milo“. Seine Bilder wirken wie Wimmelbilder, auf denen man das eigentlich Erwartete oft vergeblich sucht. Nicht das berühmte Kunstwerk ist das Hauptmotiv, sondern die Aktivität der Menge: Menschen schieben sich durch Räume, warten geduldig oder halten das Handy für das obligatorische Foto parat, um zu beweisen, dass sie „da waren“.

Dabei hängt alles vom Blickwinkel ab. Aus der Nähe erkennt man das geschäftige Treiben der Figuren. Tritt man jedoch weiter weg, verwandelt sich die Szene in ein Muster aus Farben und Flächen. So bestimmt der eigene Abstand zum Werk, ob wir eine konkrete Geschichte sehen oder die abstrakte Struktur einer Masse.