Harry Meyer
Harry Meyer ist seit 1993 als freischaffender Maler tätig. Er lebt und arbeitet bei Gessertshausen.
UMWELT
Das Triptychon zeigt die Schönheit und die Verletzlichkeit des Waldes.
Harry Meyer (*1960 in Neumarkt in der Oberpfalz) ist ein deutscher Maler. Nach einer Handwerkslehre in Nürnberg (1976–79) studierte er Architektur (1988–93, Diplom), bevor er sich 1993 als freischaffender Künstler in der Region Augsburg etablierte. 1994 nahm er am Meisterkurs „Art in Architecture“ bei Frank Stella teil. Bis 2016 war Meyer Mitglied der „Neuen Gruppe“ in München. Mit seiner dichten, pastosen Malweise entwickelt er expressive und farbintensive Landschaften und Figurationen. Er erhielt mehrere Auszeichnungen wie den Schwäbischen Kunstpreis 1992 und den Helen-Abbott-Förderpreis für Bildende Kunst (Berlin–New York) 2001. Harry Meyer stellt regelmäßig im In- und Ausland aus.
Bewegtes Farbspiel
„Tannen“ ist ein Triptychon aus drei gleich großen Leinwänden, das den Wald nicht als geschlossenes Ganzes, sondern als spannungsreiches Nebeneinander zeigt. Die Aufteilung verstärkt Bewegung und Rhythmus, als würde sich das Motiv über mehrere Zustände hinweg entfalten. In einem dynamisch-expressiven Farbspiel aus Gelb, Grün und Rot stehen die Bäume vor einem bewegten, wolkigen Blau. Alles scheint in Unruhe. Die Tannen erscheinen wie Akteure, die sich biegen, winden und behaupten.
Man kann darin Hinweise auf Waldsterben, Klimawandel oder vom Borkenkäfer gezeichnete Fichtenwälder lesen. Zugleich zeigt das Werk die Schönheit und Lebendigkeit der Natur – ihre Zartheit ebenso wie ihre Widerstandskraft. So lässt sich „Tannen“ auch als Appell verstehen, diese Fragilität wahrzunehmen und Verantwortung für ihren Erhalt zu übernehmen.