Bezirk Schwaben verleiht Umweltpreis

20. April 2026: Der Erhalt von Bachmuscheln, Hochmooren und Obstbäumen: Drei herausragende Projekte können sich seit Freitag, 17.04.2026 mit dem Umweltpreis des Bezirks Schwaben schmücken. Die Gewinnerinnen und Gewinner aus Bedernau (Landkreis Unterallgäu), Immenstadt (Landkreis Oberallgäu) und Ottobeuren (Landkreis Unterallgäu) freuen sich jeweils über ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro.
Die Preisträgerinnen und Preisträger des Umweltpreises 2026 - Foto: Niklas Gerdes

Alle Preisträgerinnen und Preisträger des Umweltpreises haben ein gemeinsames Ziel vor Augen: die schwäbische Natur und Umwelt zu pflegen und zu erhalten. Der stellvertretende Bezirkstagspräsident von Schwaben, Peter Schiele, würdigte am Freitag ihre Projekte für herausragende Leistungen im Umwelt- und Klimaschutz: „Für ein lebenswertes Schwaben sind Klimaschutz und Nachhaltigkeit essenziell: Für das Hier und Jetzt ebenso wie für künftige Generationen. Ich freue mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr wieder solch engagierte Mitmenschen aus unserer Region ehren dürfen – große wie kleine.“

Durch den Umweltpreis bezieht der Bezirk Schwaben die Öffentlichkeit in die Lösung lokaler Umweltprobleme mit ein. Eine Auszeichnung erhalten Bewerberinnen und Bewerber für Leistungen oder Projekte, die im besonderen Maße die Umwelt und Natur schützen sowie Nachhaltigkeit und Biodiversität fördern.

Der Umweltpreis umfasst 2026 erstmals die Kategorien:

  • „Ehrenamtliches Engagement Einzelner oder Gruppen im Klima- bzw. Naturschutz“
  • „Ehrenamtliches Engagement Einzelner oder Gruppen zum Schutz der schwäbischen Gewässer und deren Bewohner“
  • „Engagement von Schulen, Schulklassen und ähnlichen Gruppen beim Natur- und Klimaschutz

Die Auswahl der prämierten Projekte traf eine Jury bestehend aus: Thomas Nieborowsky (Geschäftsführer KUMAS e.V.), Lukas Geirhos (Bezirksrat und Umweltbeauftragter des Bezirks Schwaben), Edgar Rölz (Bezirksrat), Thomas Frey (Regionalreferent BUND), Dr. Oliver Born (Fischereifachberater des Bezirks Schwaben), Thomas Sailer (Sachgebietsleiter Umwelt und Energie des Bezirks Schwaben) und Sven Borsdorf (stellvertretender Sachgebietsleiter Umwelt und Energie des Bezirks Schwaben).

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Umweltpreises 2026

1. Kategorie „Ehrenamtliches Engagement Einzelner oder Gruppen zum Schutz der schwäbischen Gewässer und deren Bewohner“: Die Arbeitsgruppe der Bachmuschelbetreuer Unterallgäu betreibt biotoporientierte Naturschutzarbeit und bewahrt mit ihrer Bachmuschelbetreuung ganze Lebensräume.

Diese Arbeit verlangt Geduld, Ausdauer und Fachwissen. 2012 begann der ehrenamtliche Schutz von Bachmuscheln mit der Schulung erster Bachmuschelbetreuerinnen und -betreuer. 2019 gründete sich schließlich die Arbeitsgruppe „Bachmuschelbetreuer im Unterallgäu“. Dabei plant die Arbeitsgruppe nicht nur jährlich den Bachmuscheltag. Die Gruppe betreut maßgeblich die Lebensräume einzelner Gewässer, ihre Bachmuschelpopulationen, deren Wirtsfische sowie Begleitflora und -fauna. Außerdem kontrolliert die Gruppe regelmäßig die Bepflanzung und Beschattung von offen fließenden Bächen und Gräben, Sie retten Muscheln vor Trockenfallen wie etwa Dammbauten des Bibers, und sie dokumentieren ihre Entwicklungen. Je nach Größe des Gewässers stehen mindestens ein Betreuer oder eine Betreuerin zur Verfügung. Dadurch können sie in kritischen Situationen schnell mit adäquaten Maßnahmen handeln. Unterstützung in ihrer Arbeit finden sie zudem beim Landkreis Unterallgäu.

2, Kategorie „Ehrenamtliches Engagement Einzelner oder Gruppen im Klima- bzw. Naturschutz“: Die Ortsgruppe Bedernau des Obst- und Gartenbauvereins Breitenbrunn e.V. und der Sportverein Bedernau (Lkr. Unterallgäu) schützen die in der Gemeinde regional typischen oder seltenen historischen Obstsorten. Der genetische Schatz der Obstbäume soll nicht nur für nachfolgende Generationen erhalten bleiben, sondern ist auch ein Genpool für künftige Forschung und die Entwicklung in der Zucht. Aktionen und Veranstaltungen sollen das Projekt die nächsten Jahre begleiten, um die Menschen im Dorf wieder für Obstbäume und ihre vielen Vorzüge zu begeistern. So ist beispielsweise eine eigene Publikation mit spannenden Geschichten zu den Obstbäumen geplant. Nicht zuletzt gewinnt die dörfliche Unterallgäuer Kulturlandschaft mit der Anlage jeder neuen Streuobstwiese an Diversität dazu. Weitere Projektbeteiligte sind neben dem Sportverein Bedernau, der Landschaftspflegeverband Unterallgäu e.V. und das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben.

3. Kategorie „Engagement von Schulen, Schulklassen und ähnlichen Gruppen beim Natur- und Klimaschutz“: Die 4. Klasse der Königsegg-Grundschule aus Immenstadt schützt das Hochmoor im
Schlettermoos (Lkr. Oberallgäu). Unter Anleitung des Naturparks Nagelfluhkette entfernen sie Gehölze, entdecken typische Moorarten und lernen dabei die ökologische Bedeutung des zu schützenden Lebensraums für Klima und Biodiversität kennen. In den Jahren zuvor verbuschte das Hochmoor zunehmend. Dadurch kam immer mehr Baumwuchs auf, der den Moorkörper schädigte und dem Torfboden Sauerstoff zusetzte. Durch die Entbuschungsmaßnahme der Schulklasse gelingt es, das Moor wieder zu einem wertvollen Lebensraum für Flora und Fauna zu machen. Praktische Aufgaben wie das Nachbauen eines Hochmoors machen den Lebensraum für die Kinder erfahrbar und leisten einen nachhaltigen Beitrag zum Umweltschutz.
 

Umweltpreis

Der Bezirk Schwaben verleiht seinen Umweltpreis jährlich seit 2022. Gewinnen können Bewerberinnen oder Bewerber mit Leistungen oder Projekten, die im besonderen Maße die Umwelt erhalten und verbessern sowie Nachhaltigkeit fördern und der Biodiversität und dem Klimaschutz dienen. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro datiert und kann an bis zu vier Preisträger/-innen vergeben werden.

 

Fotos von der Preisverleihung finden Sie unter folgendem Link: https://www.kommsafe.de/public/download-shares/fBkoDJrxhYaFl7Fo2dKwt2biLmQcjUre