Jubiläumsfeier in Irsee: Krisendienst Schwaben zieht nach fünf Jahren Bilanz
Fünf Jahre Krisendienst Schwaben – ein Grund zum Feiern: v. l. n. r. Bezirksrätin und weitere Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten Barbara Holzmann, Walburga Bram-Kurz (Koordinatorin Krisendienst Schwaben), Victoria Kramer und Dr. Lena Grüber (Leiterinnen der telefonischen Leitstelle des Krisendienstes Schwaben), Monika Kolbe (Leitung der Sozialverwaltung).
Seit 2021 bietet der Krisendienst Schwaben Menschen in seelischen Notlagen rund um die Uhr kostenlose Hilfe an. Bei der Jubiläumsfeier im Kloster Irsee haben Verantwortliche von Bezirk, Bezirkskliniken Schwaben sowie Caritas und Diakonie eine Bilanz gezogen und über die Zukunft des Angebots gesprochen.
Nachfrage nach Unterstützung wächst
Seit dem Start des Krisendienstes haben sich die Anrufzahlen nahezu verdoppelt. Insgesamt 41.323 Gespräche gingen bislang bei der kostenlosen Hotline 0800 / 655 3000 ein.
„Jeder Griff zum Hörer ist eine Erfolgsgeschichte für uns“, sagte die weitere stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Barbara Holzmann. Der Krisendienst sei ein wichtiger Bestandteil der psychiatrischen Versorgung in Schwaben und stehe auch angesichts schwieriger finanzieller Zeiten nicht infrage.
Der Krisendienst hilft Menschen in akuten psychischen Krisen telefonisch und bei Bedarf durch mobile Teams vor Ort.
Herausforderungen der Zukunft
Der Ärztliche Direktor der Bezirkskliniken Schwaben, Prof. Dr. med. Alkomiet Hasan, verwies auf steigende Anforderungen: „Wir werden mit weniger Ressourcen künftig mehr Menschen versorgen müssen.“
Wichtig sei deshalb die weitere Unterstützung durch den Freistaat Bayern, der die telefonische Leitstelle finanziert. Die Leitstelle in Augsburg betreiben die Bezirkskliniken Schwaben, die Kosten für die mobilen Teams tragen die bayerischen Bezirke.
Krisendienst soll bekannter und digitaler werden
Auch künftig müsse das Angebot noch mehr Menschen erreichen, betonte Markus Bottlang, kaufmännischer Vorstand der Diakonie Augsburg. „Fünf Jahre Jubiläum sind wunderbar, wir stehen aber noch am Anfang“, sagte er stellvertretend für die Träger der Mobilen Teams.
Zudem soll der Krisendienst künftig stärker über digitale Wege erreichbar sein. Neben der telefonischen Beratung sind weitere digitale Kontaktmöglichkeiten geplant.
Rund um die Uhr im Einsatz
Die Mitarbeitenden der Leitstelle erleben täglich den Bedarf an Unterstützung. „Eine Krise hält sich nicht an Kernarbeitszeiten“, sagte Victoria Kramer, die die Leitstelle gemeinsam mit Dr. Lena Grüber leitet.
Die vergangenen fünf Jahre seien eine Gemeinschaftsleistung vieler Fachkräfte gewesen. „Fünf Jahre Krisendienst Schwaben sind eine enorme Teamleistung und wir sind auch für die Zukunft gerüstet“, sagte Kramer.
Krisendienst Schwaben in Zahlen
- 41.323 Anrufe gingen in den fünf Jahren seines Bestehens beim Krisendienst Schwaben ein.
- 120 Sprachen plus: Der Krisendienst berät auch Anruferinnen und Anrufer, die kein Deutsch sprechen. Auch die Beratung mit Gebärdensprachendolmetscher in deutscher Sprache ist möglich.
- 107.000 Kilometer: Die mobilen Teams waren seit 2021 bei Einsätzen in Schwaben insgesamt 107.000 Kilometer unterwegs – vor allem abends, an Wochenenden und Feiertagen. Das entspricht etwa der 37-fachen Strecke von London nach Istanbul.
Teil eines bayernweiten Hilfesystems
Der Krisendienst Schwaben ist Teil der Krisendienste Bayern. Menschen in seelischen Krisen erreichen die kostenlose Telefonnummer 0800 / 655 3000 täglich rund um die Uhr. Ein Dolmetscherdienst ermöglicht Beratung in mehr als 120 Sprachen.
Die Leitstelle in Augsburg betreiben die Bezirkskliniken Schwaben. Die mobilen Teams stellen die Fachdienste der freien Wohlfahrtspflege, darunter Caritas und Diakonie in Schwaben.