Regionalpartnerschaft Bukowina : Bezirk Schwaben von ukrainischer Partnerregion für Hilfslieferungen ausgezeichnet
Seine Reise in die Partnerregion Bukowina hat Bezirkstagspräsident Martin Sailer tief bewegt: „Ich habe vor Ort Menschen getroffen, die trotz Krieg, Verlusten und Unsicherheit unglaubliche Stärke und inzwischen auch wieder Zuversicht zeigen“, betont Sailer. Ende Mai hatte der Bezirkstagspräsident mit Dr. Katharina Haberkorn vom Europabüro des Bezirks Schwaben den rumänischen Kreis Suceava und den ukrainischen Oblast Tscherniwzi besucht. Die beiden erhielten dabei von der ukrainischen Seite die staatliche Auszeichnung „Dank der Bukowina“, überreicht vom Vorsitzendenden der Gebietsverwaltung Tscherniwzi, Ruslan Osipenko. Seine Ehrung versteht der Bezirkstagspräsidenten auch als Verpflichtung: „Die Auszeichnung steht nicht für eine bestimmte Person, sondern für die gelebte Solidarität in Schwaben. Deshalb müssen wir unsere ukrainischen Freundinnen und Freunde weiter unterstützen. Partnerschaft und Verantwortung enden nicht an geographischen Grenzen.“
Wo die Hilfe ankommt
Bei seinem Aufenthalt besuchte Sailer unter anderem zwei Schulen, ein Krankenhaus und ein Sportfest für Veteranen. Dabei vergewisserte er sich auch, welchen Einfluss die Unterstützung vor Ort hat.
Im Rahmen des Programms „Bevölkerungsschutz für die Ukraine“ stellten das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit sowie der Deutsche Städtetag Drittmittel für zwei Solaranlagen-Sets zur Verfügung. Das Lyzeum Tscherniwzi als auch die Gesamtschule in Nowodnistrowsk erhielten durch den Bezirk im April dieses Jahres je ein Set inklusive Speicher. Nun erfolgte die Installation der Anlagen. Ab dem kommenden Schuljahr sollen sie die Energieversorgung und damit den Schulbetrieb auch in Krisensituationen sichern.
Ein weiterer Programmpunkt war das Veteranen-Sportfest namens „Stärke des Geistes“ im Gebiet Tscherniwzi. Die Verantwortlichen erhielten im Frühjahr 2026 einen Kleinbus, der den Transport der Veteranen zu Kliniken, Sportevents und Freizeitaktivitäten ermöglicht.
Auch das Veteranenkrankenhaus in Waschkiwzi (Gebiet Tscherniwzi) profitierte von der Unterstützung des Bezirks: 2023 nehmen die Partner ein Röntgengerät entgegen, das bereits 4.200 Patientinnen und Patienten medizinisch versorgte. Darüber hinaus stellte der Bezirk in der Vergangenheit Pflegebetten, Sportgeräte und medizinische Produkte zur Verfügung.
Aktuell wird der Ausbau des (Schutz-)Kellers sowie eine energetische Sanierung vorbereitet. Auch an diesen Renovierungsarbeiten beteiligt sich der Bezirk Schwaben in Teilen.
Austausch in beide Richtungen
Die Beziehung zwischen Schwaben und seinen Freunden sei keinesfalls eine Einbahnstraße, sagte der Bezirkstagspräsident. „Von der Partnerschaft profitieren wir alle – Suceava, Tscherniwzi und Schwaben!“ Für dieses und das kommende Jahr sei einiges geplant: Unter anderem streben die Partner Fachaustausche im Bereich der Bezirkskliniken sowie zwischen den Medizinfakultäten der Regionen an. Außerdem sprachen die Partner über Schülerbegegnungen,-austausche und die allseits beliebte Jugendbegegnung „Vier Regionen für Europa“, die 2027 wieder in Schwaben (Illertissen und Roggenburg) stattfindet.
Langjährige Partnerschaft
Seit 1997 ist der Bezirk Schwaben eng verbunden mit seiner Partnerregion, die sich auf den ukrainischen Oblast Tscherniwzi und den rumänischen Kreis Suceava erstreckt. Dank seiner Erfahrung in der Partnerschaftsarbeit und des Netzwerkes des Hilfswerks Schwaben-Bukowina e.V. stellt der Bezirk sicher, dass die Spenden bei den Krankenhäusern und den Hilfsorganisationen in der Ukraine ankommen. Das Hilfswerk Schwaben-Bukowina e.V. ist ein gemeinnüt-ziger Verein mit Sitz in Augsburg, der die Partnerregion des Bezirks Schwaben in der rumänisch-ukrainischen Grenzregion Bukowina unterstützt.
Lesen Sie ergänzend zur Pressemitteilung das Interview mit der stellvertretenden Leitung des Europabüros des Bezirks Schwaben, Dr. Katharina Haberkorn.